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Eine Glocke von den Franzosen

Ehra-Lessien Eine Glocke von den Franzosen

Lessien. Als im Oktober 1813 französische Truppen die Völkerschlacht bei Leipzig gegen Russland, Preußen, Österreich und Schweden verloren, wurde das Ende der napoleonischen Herrschaft über Europa eingeläutet. Zeugnisse dieser Schlacht finden sich auch im Kreis Gifhorn. Zwei davon hat Heimatforscher Winfried Rolke bei sich zuhause in Lessien: eine Kanonenkugel und einen Säbel.

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1813 von den Franzosen in Ehra liegen gelassen: Wilfried Rolke mit einer Kanonenkugel und einem Säbel.

Quelle: Christian Albroscheit

Es sei zwar nicht belegt, dass Ehraner an der Schlacht teilgenommen haben. „Aber in der Zeit vorher sind französische Truppen durch den Ort gezogen“, sagt Rolke. „Und was sie brauchten, das haben sie sich genommen.“ Allerdings haben sie auch etwas da gelassen - eine Glocke, etwa 75 Zentimeter hoch und reich verziert. „Der damalige Ortsvorsteher Harms hat sie den Franzosen für 30 Taler abgekauft“, berichtet Rolke. Heute hängt die Glocke aus dem Jahr 1519 hoch oben im Turm der Ehraner Kirche. Zwei weitere Zeugnisse dieser Zeit bewahrt Winfried Rolke bei sich zuhause auf. Eines davon ist eine acht Pfund schwere Kanonenkugel aus Gusseisen, die einst bei Leipzig gefunden wurde. Von welcher Armee sie eingesetzt wurde, weiß Rolke nicht. Sicher sei aber, dass sie aus der Völkerschlacht stammt. Das andere ist der Schmucksäbel eines Soldaten aus dem 1. hannoverschen Feld-Artillerieregiment. Gravuren auf der beinahe stumpfen Klinge verraten das.

Leipzig ist weit weg. Nicht nur geografisch. Auch im Geschichtsbewusstsein vieler Menschen ist die Völkerschlacht nicht besonders weit oben angesiedelt. Rolke bedauert das. Denn die Schlacht mit mehr als 90.000 Toten sei nicht nur Anfang vom Ende der napoleonischen Vorherrschaft in Europa gewesen, sondern sei auch eine Mahnung zur Völkerverständigung. „Solche Kriege dürfen nie wieder vorkommen“, sagt der Heimatforscher.

alb

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