Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Ein Schmetterling, der hier gar nicht hingehört
Gifhorn Gifhorn Stadt Ein Schmetterling, der hier gar nicht hingehört
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 08.09.2013
Schmetterlingen auf der Spur: Wolfgang Rozicki auf dem Standortübungsplatz Wesendorf auf Pirsch. Quelle: Thorsten Behrens
Anzeige

Das war eine Überraschung: Wolfgang Rozicki kartiert seit 2012 die Schmetterlingsarten auf dem ehemaligen Standortübungsplatz an der Kaserne (AZ berichtete exklusiv). Jetzt entdeckte er eine Art, die dort eigentlich gar nicht hingehört.

Der Wiesenrautenspanner besiedelt gewöhnlich Bach- und Flussniederungen mit Beständen der Wiesenraute. Diese gilt im ganzen Bundesgebiet als sehr selten, kommt aber in Niederungen der Aller, Oker und Ise vor. Der Standortübungsplatz dagegen entspricht überhaupt nicht dem Lebensraum dieser Art - die Fläche besteht aus Trockenbiotopen wie Sandmagerrasen mit eingelagerten Losesandflächen und Offenbodenbereichen.

„Es ist anzunehmen, dass Pflanze und Schmetterling aus der unweit entfernten Iseaue eingewandert sind oder eingeschleppt wurden“, erklärt Rozicki. Der kleine Pflanzenbestand befindet sich an einem nur wenige Quadratmeter großen, staunassen oder quelligen Standort unmittelbar neben einer trockenen Sandheidefläche. „Der Schmetterling ist äußerst selten in freier Natur zu beobachten. Die Raupen können dagegen - mit etwas Übung - an ihrer Nahrungspflanze gefunden werden.“ Dort ist sie außerordentlich gut getarnt und deshalb schwer zu finden.

Einer der Gründe, weshalb der Wiesenrautenspanner selten geworden ist: Die Art kann sich nur dann zum fertigen Schmetterling entwickeln, wenn Wiesen nicht vor Mitte August gemäht werden. Auf dem Standortübungsplatz kann die Entwicklung aber ungestört stattfinden - dort wird nicht gemäht.

Anzeige