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Gifhorn Stadt Dreifachmord in Gifhorn jährt sich zum zehnten Mal
Gifhorn Gifhorn Stadt Dreifachmord in Gifhorn jährt sich zum zehnten Mal
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06:00 22.09.2018
Spektakulärer Kriminalfall: Vor dem Landgericht Hildesheim stellt Wilfried R. die Bluttat als Notwehr dar – ohne Erfolg. Quelle: Dirk Reitmeister (Archiv)
Gifhorn

Illegales Brombeerpflücken, Reisighaufen am falschen Platz und zu viele Kaninchen: Am Montag, 22. September 2008, eskaliert gegen 20 Uhr ein jahrelanger Streit unter Schrebergärtnern. Der auch von Freunden später im Prozess als „aufbrausend, extrem reizbar und streitsüchtig“ charakterisierte Wilfried R. greift zum Knüppel und schlägt zu. Er wird es später vor dem Landgericht Hildesheim als Notwehr darstellen – ohne Erfolg.

Laut Schwurgericht ist es erwiesen, dass R. zunächst auf den 33-jährigen Martin K. losgeht, um ihn wegen vermeintlichen Fehlverhaltens in der Kleingartenanlage zur Rede zu stellen. „Und ihm einen Denkzettel zu verpassen“, so der damalige Vorsitzende Richter Ulrich Pohl.

Brutale Hiebe

Weil der junge Mann R. ignoriert, fasst dieser den Entschluss, ihn zu töten. Und zwar mit dem verdeckt gehaltenen Knüppel. Auf die Hilferufe des Opfers eilen dessen Eltern Hans und Gisela K. herbei. Auch das Ehepaar erschlägt R. mit brutalen Hieben.

Die drei Toten werden erst am Tag darauf in einer Ausbuchtung entdeckt, in die R. sie gezogen hatte. Die Ermittlungen der Gifhorner Polizei in Zusammenarbeit mit Bereitschaftspolizei und Feuerwehr laufen an.

Dringend tatverdächtig

Bereits einen Tag später gilt der damals 65-jährige R. als dringend tatverdächtig. Mehr als 100 Beamte durchkämmen die Oststadt nach Täter und Tatwaffe. Noch am Abend des 24. September schnappen sie Wilfried R. in einem Verschlag auf einer Weide nahe Isenbüttel.

Am 25. März 2009 beginnt der Aufsehen erregende Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Hildesheim. Die Kammer vernimmt zahlreiche Zeugen, Sachverständige und Ermittler. Sie geht dabei der Frage nach dem Charakter des Angeklagten und der umfangreichen Vorgeschichte des über Jahre schwelenden Nachbarschaftsstreits nach.

Währenddessen stellt sich der mit nach oben gerecktem Kinn auf der Anklagebank sitzende R. als „aufrechter Mensch“ dar, der in Notwehr gehandelt habe. Für den Richter „dreistes, dummes Geschwätz“.

Am 7. Mai 2009 fällt das Urteil deshalb auch lebenslänglich aus. Wilfried R. sollte nie wieder in Freiheit kommen: Er starb im Januar dieses Jahres. Zuletzt saß er in der Justizvollzugsanstalt Celle ein.

Arroganz des Angeklagten

Die Umstände und die Brutalität der Tat, dazu die Arroganz des Angeklagten: Der Fall des Dreifachmordes im Gifhorner Kleingarten und der Prozess dazu wird den Beteiligten in Erinnerung bleiben.

Ulrich Pohl muss nicht lange überlegen, auch wenn er in seiner langen Laufbahn als Richter und langjähriger Vorsitzender der Hildesheimer Schwurgerichtskammer so manchen spektakulären Prozess geführt hat. „Ich habe natürlich noch Erinnerungen.“ Vor allem an „diesen absolut unbeeindruckten Angeklagten. Andere, die drei Menschen getötet haben, ringen sich wenigstens ein Bedauern ab.“

Davon sei bei diesem rechthaberischen und arroganten Angeklagten nicht die Spur gewesen. Einen weiteren bleibenden Eindruck haben bei dem seit fünfeinhalb Jahren im Ruhestand lebenden Juristen die Bilder der erschlagenen Familie hinterlassen. „Es war ein besonderes Verfahren.“

Reue nicht zu spüren

Auch der damalige Kripochef Jürgen Schmidt, der seit zwei Jahren im Ruhestand ist, denkt beim Rückblick an die Charakterzüge des Täters. „Reue war da absolut nicht zu spüren“, erinnert er sich an die Vernehmungen. „Er trat uns gegenüber relativ arrogant auf.“ Erst beim Geständnis habe es „eine kurzfristige Gefühlsregung“ gegeben.

„Es war kaum vorstellbar, dass ein Streit um Gartenabfälle so eskaliert“, sagt Schmidt. Er würde trotzdem nicht vom spektakulärsten Kriminalfall in Gifhorn sprechen, da gebe es ja noch den Torso-Mord. Und der war für die Kriminalisten weitaus aufwändiger und kniffliger. Beim Dreifachmord „hatten wir relativ schnell einen konkreten Tatverdächtigen“ – gleichwohl die Ermittlungen nicht allein auf Wilfried R. konzentriert blieben.

Von Dirk Reitmeister

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