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Diskussion um Verbote im Wald

Landkreis Gifhorn Diskussion um Verbote im Wald

Einschränkungen für Spaziergänger und Grundstückseigentümer in Naturschutzgebieten sind zurzeit in der Diskussion. Einige Naturschutzgebiete im Kreis Gifhorn werden an die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie angepasst. Das kann neue Einschränkungen mit sich bringen.

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Naturschutzgebiete haben strenge Regeln: Manche Führungen im Heiligen Hain müssen vorher angemeldet werden.

Quelle: Photowerk (ba Archiv)

Gifhorn. Müssen Kaffeekränzchen und Kegelverein ihre Spaziergänge im Heiligen Hain oder künftig auch in der Gifhorner Schweiz beim Landkreis anmelden? Unter Umständen ja, sagt Bernhard Hoffmann vom Landkreis. Zum Beispiel wenn es eine von einem Busunternehmer organisierte Veranstaltung sei. Auch für Kutsch- und Treckerfahrten örtlicher Anbieter im Heiligen Hain seien die Routen festgelegt.

Die härteste Einschränkung in einem Naturschutzgebiet für Erholungssuchende ist laut Hoffmann das Wegegebot. Zum Beispiel beim künftigen Naturschutzgebiet Allertal habe er deshalb einen Dünenwald zwischen Müden und Flettmar wieder so heraus genommen, dass die Bürger seit Jahrzehnten angestammte Pfade dort weiter betreten dürfen. Auch in Sachen Anmeldung von Veranstaltungen in der Gifhorner Heide sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, sagt Hoffmann. „Wir sind noch im Entwurf. Wir diskutieren noch, dafür machen wir ja das Verfahren.“

Mit Einschränkungen müssen auch Grundstückseigentümer leben. Hoffmann: „Sie sind in ihrer Freiheit eingegrenzt.“ Etwa durch Düngungsbegrenzungen. Dafür gebe es aber einen Erschwernisausgleich.


Großräumiger Schutz für Aller und Ise

Der Landkreis Gifhorn ist reich an Natur. 32 Gebiete stehen unter dem schärfsten Schutz. Und in den kommenden Jahren kommen weitere dazu – darunter zwei besonders große.

Das neue Naturschutzgebiet Allertal zwischen Gifhorn und Flettmar soll noch in diesem Jahr erlassen werden, sagt Bernhard Hoffmann, der zuständige Experte beim Landkreis. Für den zweiten Teil zwischen Gifhorn und Wolfsburg laufe gerade die öffentliche Auslegung. Auch die Aller in Gifhorn sei bald reif für ein innerstädtisches Naturschutzgebiet

Auch der zweite bedeutende Fluss im Kreis wird bald Naturschutzgebiet sein: die Ise mit ihren Nebenbächen Beberbach, Bruno, Emmerbach und Gosebach. „Das wird nochmal ein richtig großes Gebiet“, sagt Hoffmann.

Weitere neue Naturschutzgebiete sind bei Teichgut und an der Ohre zwischen Brome und der Landesgrenze sowie zwischen Suderwittingen und Haselhorst geplant. Darüber hinaus ist eine Erweiterung im Maaßelwald vorgesehen. Neufassungen der Verordnungen stehen nicht nur in Fahle Heide und Gifhorner Heide, sondern auch in der Rössenbergheide, im Vogelmoor, an der Lachte und im Großen Moor an. Hoffmann kümmert sich insgesamt um 20 Verfahren.

Ge- und Verbote in Naturschutzgebieten

Es gibt Standard-Ge- und Verbote, die in allen Naturschutzgebieten gelten. Dazu zählen zum Beispiel:

Das Gebiet darf nicht abseits von Wegen betreten werden.

Hunde sind anzuleinen, und zwar das ganze Jahr über.

Spaziergänger dürfen Tieren nicht nachstellen. Diese dürfen an ihren Brut- und Rastplätzen auch nicht durch Fotografieren, Filmen oder Tonaufnahmen gestört werden.

Tabu sind auch Lärm (keine Lautsprecher-Musik) und Kraftfahrzeuge außerhalb der für sie vorgesehenen Wege und Parkplätze.

Auch zelten, Lagerfeuer machen und Wohnwagen aufzustellen sind in der Regel verboten.

Darüber hinaus dürfen einige Naturschutzgebiete gar nicht betreten werden: Bösebruch (15. Februar bis 1. August), Gilder Meerbergsmoor (ganzjährig), Kaiserwinkel (gekennzeichnete Gebiete vom 15. Februar bis 15. Juli), Kranichsmoorseen und Vogelmoor (Kerngebiet vom 15. März bis 5. Juni gesperrt). Im Großen Moor sind auch einige öffentliche Wege gesperrt.

Reiten ist ganz verboten im Bornbruchsmoor, Bösebruch, Schnuckenheide, Viehmoor.

Baden ist verboten im Wasser der Bullenkuhle, in der Ohreaue bei Altendorf, Viehmoor.

Für Modellflugzeuge, Drachen und Co. sind folgende Gebiete – zum Teil mit einem Abstand von bis zu 500 Metern – tabu, und in ihnen dürfen Luftfahrzeuge wie Ballone, Hängegleiter, Gleitschirme, Hubschrauber nur im Notfall landen und starten: Vogelmoor, Fahle Heide, Gifhorner Heide (geplant), Heiliger Hain, Kaiserwinkel, Mittlere Ohreaue, Niederung Oerrelbach, Nördliche Okeraue, Obere Lachte/Kainbach/Jafelbach, Okeraue bei Didderse, Okeraue bei Volkse, Okeraue zwischen Meinersen und Müden und Schweimker Moor.

Organisierte Veranstaltungen müssen in folgenden Gebieten bei der Naturschutzbehörde beantragt werden: Vogelmoor, Fahle Heide, Gifhorner Heide (geplant), Heiliger Hain, Lutter, Niederung Oerrelbach, Okeraue bei Didderse und Okeraue bei Volkse.

rtm

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