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Gifhorn Stadt Deutlicher Fachkräftemangel im Kreis Gifhorn
Gifhorn Gifhorn Stadt Deutlicher Fachkräftemangel im Kreis Gifhorn
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06:00 06.10.2018
Handwerker verzweifelt gesucht: Im Kreis Gifhorn herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel. Kunden spüren das anhand monatelanger Wartezeiten. Quelle: Archiv
Gifhorn

Wer jetzt noch bei Malermeister Manfred Lippick einen neuen Anstrich des Wohnzimmers bestellt, sollte das nicht kurzfristig planen. „Dieses Jahr wird es knapp“, sagt Lippick. Der Oktober sei noch für Außenarbeiten reserviert, und im November gebe es auch schon gut zu tun.

Lippick ist Kreishandwerksmeister und weiß, dass es bei seinen Kollegen und in anderen Branchen ähnlich aussieht. „Definitiv suchen alle Leute.“ Bei der Agentur für Arbeit sind aktuell insgesamt 1266 offene Stellen gemeldet, darunter 279 in Handwerksberufen, sagt Sprecherin Wiebke Saalfrank. Die Agentur habe nur 236 Arbeitslose mit Zielberufen im Angebot. Bereits bei einem Verhältnis von drei Arbeitslosen pro offener Stelle spreche die Behörde von Fachkräfteengpass. Saalfrank: „Im Handwerk liegt also ein deutlicher Fachkräftemangel im Landkreis Gifhorn vor.“

Die Gründe sind ihr zufolge sehr individuell. „Sie hängen von Motivation, Fähigkeiten, Interessen aber auch von Mobilitätsmöglichkeiten ab.“ Beim Thema Motivation könne das Handwerk durch Imagekampagnen nachhelfen – viele Gifhorner Betriebe nutzten dies bereits, zum Beispiel bei Ausbildungsplatzbörsen. „Das Handwerk bietet zusätzlich zu interessanten Ausbildungsmöglichkeiten auch vielfältige Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, wie den Meistertitel, den Techniker oder auch die Möglichkeit an einer Hochschule weiterführend zu studieren sowie den Weg der Selbstständigkeit einzuschlagen.“ Und gerade wegen der vielen Aufträge gebe es gute Arbeitsmarktchancen. Es müsse nicht immer die akademische Laufbahn sein, sagt auch Lippick: Ein Bewusstseinswandel bei jungen Leuten und ihren Eltern müsse her.

Lippick spricht von guter Resonanz bei Berufsfindungsmärkten. „Aber man muss einen langen Atem haben. Man kann jetzt keine Wunder erwarten.“ Die Betriebe wollten vor allem Lehrlinge. Ausgebildete Fachkräfte zu suchen hält Lippick für aussichtslos. „Es ist nichts am Markt.“ Immerhin seien jetzt die Ausbildungszahlen wieder leicht gestiegen. „Es greift langsam, aber es greift.“

Dabei ist es höchste Eisenbahn. Denn für viele Betriebe zeichne sich eine weitere Personal-Baustelle ab: Die einen Betriebsnachfolger finden. Weil immer öfter niemand aus der Familie nachrücke, wären Gesellen potenzielle Nachfolger. Dann aber fehlten sie wieder als Fachkraft, müssten durch neue Gesellen ersetzt werden.

Von Dirk Reitmeister

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