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Der letzte Zivi sagt heute ade

Gifhorn-Kästorf Der letzte Zivi sagt heute ade

Kästorf. Frederik Meyer gehört zu den letzten seiner Art. Bis heute ist der 20-Jährige aus Wahrenholz noch Zivildienstleistender. Ab morgen gibt es diese freiwilligen Helfer nicht nur bei der Diakonie nicht mehr.

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Das letzte „Mädchen für alles“: Bis heute ist Frederik Meyer Zivildienstleistender bei der Diakonie in Kästorf. Ab morgen gibt es diese Stellen nicht mehr.

Quelle: Photowerk (mpu)

Seit Oktober ist Meyer „Mädchen für alles“ im Lindenbergs Haus, dessen 15 Bewohner von Suchtkrankheiten loskommen wollen. Sie begleitete er in die Bewohnerfreizeit am Niendorfer Strand, zum täglichen Einkauf oder zum Arzt. Er spielte mit ihnen Schach – und vor allem hatte er ein offenes Ohr.

„Es ist eine super Erfahrung“, sagt der Abiturient, der jetzt Geisteswissenschaften studieren will. „An den Geschichten der Bewohner sehe ich, wie es im Leben laufen kann. Man hat Glück, in einem behüteten Umfeld aufzuwachsen.“

Sein Einsatz hat nicht nur ihm etwas gebracht, so Meyer. „Da werden Lücken entstehen.“ Das bestätigt Andreas Sahl, Heimleiter des Lindenbergs Hauses. „Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich.“ Der Fahrdienst sei umorganisiert, ein Hausmeister bohre künftig das Bild an die Wand, doch den Klön, etwa über aktuelle Fußballspiele, können die Stammmitarbeiter bei ihrem strammen Dienstplan nicht ohne weiteres leisten. Mit dem Wegfall des Zivildienstes verlören junge Leute darüber hinaus wichtige soziale Erfahrungen.

Info

  • In den vergangenen fünf Jahren hatte die Diakonie in Kästorf 130 Zivildienstleistende. 22 waren es in der nun letzten Generation, davon acht Plätze in der Wohnungslosenhilfe, zehn bei der Altenhilfe und Eingliederungshilfe sowie vier in der Jugend- und Familienhilfe.
  • Aktuell sind vier Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres bei den Diakonischen Heimen gemeldet, es gibt außerdem zwei Bewerber aus dem Bundesfreiwilligendienst, so Sachbearbeiterin Edelgard Behne. Ein Ersatz für die bislang 22 Zivis sei das lange nicht. Zumal noch völlig unklar sei, wie der Bundesfreiwilligendienst organisiert werden soll.

rtm

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