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Gifhorn Stadt Dem Mittelalter im Feld auf der Spur
Gifhorn Gifhorn Stadt Dem Mittelalter im Feld auf der Spur
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22:45 27.07.2011
Spuren der Vergangenheit: Pastor Heinz-Dieter Freese (l.) erforscht frühere Besiedlungen aus der Vogelperspektive.
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Was manchmal als kurioses Hobby belächelt wird, ist tatsächlich ernsthafte Wissenschaft – wenn auch in einer kleinen Nische, erläutert Freese. „Wir finden mit einfachsten Mitteln unbekannte Bodendenkmäler.“ Alles, was man brauche, sei ein trockener Sommer und ein gewisser Hang zur Archäologie.

Geflogen wird zu zweit. „Der Pilot steuert, der Fotograf schaut auf den Boden“, erklärt der Pastor. Aber wie sieht man aus der Luft, was am Boden verborgen bleibt? „Unter Feldern können alte Straßengräben, Holzkohlemeiler oder Pfähle von mittelalterlichen Hütten stecken“, so Freese. „Darüber zeigt das Korn nach einer Trockenphase deutlich verändertes Wachstum.“

Manche Halme sind länger, andere kümmerlicher. „Wenn man daneben spazieren geht, denkt man höchstens, eine Stelle wurde nicht richtig oder zu stark gedüngt.“

Schräg aus der Luft fotografiert offenbaren Weizenfelder jedoch manches Geheimnis. Freese hat sogar schon eine bronzezeitliche Siedlung und eine mittelalterliche Leichengrube in ein und demselben Feld gefunden.

Eine ungewöhnliche Sichtung muss aber noch lange kein archäologischer Fund sein: „Mais-Labyrinthe, Gasleitungen, Bombenkrater und Drainagen – es gibt eine Menge Fehlerquellen.“

Fotos von wirklichen Fundstätten wandern ins Archiv der Denkmalpflege. „Damit sie bei Baumaßnahmen berücksichtigt werden können.“

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