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Gifhorn Stadt Das sind die Gewinner und Verlierer des Sommers 2018
Gifhorn Gifhorn Stadt Das sind die Gewinner und Verlierer des Sommers 2018
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00:19 08.10.2018
Abkühlung dringend gesucht: Tankumsee, Bernsteinsee und Freibäder erzielten 2018 Besucherrekorde. Quelle: Archiv
Gifhorn

Er war heiß, er war lang und er war trocken: Der Mega-Sommer 2018 wird auch den Menschen im Landkreis Gifhorn in guter Erinnerung bleiben. Tropische Tage und Nächte und kaum Regen – zu den Gewinnern dieses Sommers gehören auf alle Fälle die Betreiber Freibädern. Aber auch an den großen Badeseen im Kreisgebiet herrschte Monate lang Mittelmeer-Feeling.

„Es war ein Traumsommer, der uns viele Besucher beschert hat“, schwärmt Tankumsee-Geschäftsführer Burkhard Roozinski. Auf Grund der tollen Wetterlage hätten auch alle Veranstaltungen rund um den See ohne Probleme stattfinden können. Der „Fluch des Drachen“, Live-Musik oder der Mittelalter-Markt: „Das Wetter hat immer mitgespielt, es gab keine Absagen“, ist der Tankumsee-Chef rundum zufrieden. Die lange Hitzeperiode habe auch die Gastronomen am Tankumsee für das schlechte Wetter des Vorjahres entschädigt: „Die haben 2018 alle ihr Geld verdient“, ist sich Roozinski sicher.

Einziger Wermutstropen: Unbekannte beschädigten Anfang August zwei Parkautomaten auf dem Hauptparkplatz. „Dadurch sind uns Einnahmen verloren gegangen, denn ich konnte nach der Vandalismus-Aktion nicht an jedem Tag einen Mitarbeiter zum Kassieren abstellen“, so Roozinski. Die Automaten seien inzwischen ersetzt worden.

Verschlechterung der Wasserqualität

Die anhaltende Hitze führte jedoch bei vielen Gewässern zu einer Verschlechterung der Wasserqualität. Blaualgen-Bildung gab’s unter anderem am Schloß- und auch am Tankumsee. Ungetrübt blieb im Super-Sommer 2018 jedoch das Badevergnügen am Bernsteinsee in Stüde, der oft mehrere Tausend Gäste täglich anlockte. „Unser Badewasser wird jeden Monat auf Bakterien, konkret E.Coli und Enterokokken, untersucht. Dabei konnten den ganzen Sommer über bis jetzt keine nennenswerten Veränderungen festgestellt werden – die Wasserqualität ist durchgängig gut. Auch mit der Blaualgen-Problematik mussten wir uns nicht auseinander setzen“, zieht Geschäftsführer Holger Junk Bilanz. Das klare Nass im bis zu 16 Meter tiefen Bernsteinsee hätten Badegäste auch noch an schönen Herbsttagen genossen. Noch Mitte/Ende September habe die Wassertemperatur 20 Grad betragen.

Rundum zufrieden mit dem Traumsommer 2018 ist Bernd Jendro, Geschäftsführer der Gifhorner Allerwelle. „Er hat uns das beste Ergebnis seit Inbetriebnahme unseres Sport- und Freizeitbades im Jahr 2011 beschert“, freut sich Jendro. Von Mai bis August hätten 108.500 kleine und große Badegäste die Drehkreuze und Kassenautomaten passiert, zieht Jendro glücklich Bilanz.

Zudem sei auf Grund des tollen Wetters ein weiterer Rekord erzielt worden. „Wir haben die längste Sommersaison seit Inbetriebnahme gehabt“, so Jendro. Die Außenbecken der Allerwelle seien von Anfang Mai bis zum 21. September geöffnet gewesen.

Miese Ernte und Futter-Not: DIe Landwirte leiden

Miese Ernte, vertrocknete Wiesen und Felder, kaum Futter für die Tiere und Beregnungsanlagen im Dauereinsatz: Das anhaltende und trockene Wetter dieses Sommers wurde insbesondere für die Landwirte im Kreisgebiet zu einer Belastungsprobe.

Ein ganz schlechter Schnitt: Insgesamt erlitten die Landwirte in der Landwirte gewaltige Einbußen bei der Ernte. Quelle: dpa Archiv

„Insbesondere den Getreideanbau hat die Dürre hart getroffen“, bilanziert Horst Schevel, stellvertretender Landvolk-Geschäftsführer. „Die Ausfälle bei der Ernte bewegen sich zwischen 50 und 70 Prozent“, spricht Schevel von einer „dramatischen Entwicklung“.

Gersten, Weizen und Roggen seien gleichermaßen betroffen. Die – schlecht ausgefallene – Getreideernte sei nur durch den Einsatz der Beregnung überhaupt möglich geworden. „Das hat den Landwirten viel Arbeit und zusätzliche Kosten für Betriebsmittel beschert“, so Schevel.

Die Rettung: Beregnung, Beregnung, Beregnung

Auch die Kartoffelernte liege 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. „Ohne Beregnung wäre es zu Totalausfällen gekommen“, erklärt der Experte. Die schlechte Kartoffelernte wirke sich jedoch nicht auf die Abgabepreise an Produzenten aus. „Die meisten Landwirte sind bereits 2017 langfristige Lieferverträge eingegangen – der Ernteverlust konnte darum finanziell nicht ausgeglichen werden“, erklärt Schevel.

Bei der Maisernte sei die Verlust-Spannweite am größten. „Das Ernteergebnis liegt – je nach Einsatz der Beregnung – zwischen 20 bis 80 Prozent unter dem normalen Durchschnitt“, erläutert Schevel die Zahlen.

Hart habe es auch die Viehbetriebe im Landkreis Gifhorn getroffen. „Auf den Wiesen und Weiden war oftmals nur ein erster Schnitt möglich, denn seit Ende April hat es nicht mehr geregnet.“

Mit Ertragseinbußen rechnet Schevel auch bei der angelaufenen Zuckerrüben-Kampagne. Der Zuckergehalt der Rüben – er liegt bei etwa 18,5 Prozent – sei annehmbar. „Allerdings sind die Rüben um ein Drittel kleiner als in anderen Jahren“, erklärt Schevel. Der Massenausfall könne somit nicht wett gemacht werden.

Von Uwe Stadtlich

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