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Gifhorn Stadt Das Jugendamt hat – zu – viel um die Ohren
Gifhorn Gifhorn Stadt Das Jugendamt hat – zu – viel um die Ohren
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00:25 01.06.2018
Zum Wohl des Kindes: 50 Mitarbeiter des Gifhorner Jugendamtes kümmern sich um Hilfe zur Erziehung – auch sie haben damit viel zu tun. Quelle: Archiv
Gifhorn

Deutschlands Jugendamt-Mitarbeiter sind überlastet: Statt 35 Fälle pro Sachbearbeiter gebe es häufig das mehrfache an Aufkommen, hat eine Studie der Hochschule Koblenz jetzt heraus gefunden: Auf die rund 13 300 Mitarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst kämen mehr als eine Million Fälle. Kreisrat Rolf Amelsberg vom Landkreis Gifhorn versichert, dass in seiner Abteilung das vorgegebene Maximum von 35 Fällen selten überstiegen werde.

Politik genehmigt halbe Stelle

Grund dafür: „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Höhe der Fallzahl, die sozialarbeiterische Fachkräfte im Bezirkssozialdienst des Landkreises Gifhorn betreuen, seit 2016 in regelmäßigen Abständen einem Monitoring unterzogen werden“, erläutert Amelsberg. Die Abteilungsleitung schaue monatlich nach, mit wie vielen Fällen die Mitarbeiter befasst seien. „Damit verbunden ist die Überprüfung der adäquaten Verteilung der Fälle und – bei erhöhter Fallzahl – deren Umverteilung.“

In den vergangenen zehn Jahren sei der Personalbedarf stetig gestiegen, sagt Amelsberg. Ein wichtiger Grund sei die Einführung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung. Im Fachbereich Jugend seien nun 50 von insgesamt 106 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der Fallbetreuung für Hilfen zur Erziehung befasst. Die Kreispolitik habe in der Vergangenheit neue Stellen genehmigt, im aktuellen Stellenplan hatte die Verwaltung im Pflegekinderdienst und im Bereich der Eingliederungshilfe wieder eine neue Stelle vorgeschlagen. Die Politik hat eine halbe genehmigt.

Mehr Platzbedarf

Neue Stellen genehmigen ist das Eine, sie auch besetzen können das Andere: Wegen des Fachkräftemangels sei das nicht immer rechtzeitig möglich, so Amelsberg. Die Personalengpässe führten dann zu kurzfristigen Mehrbelastungen der Mitarbeiter. „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich die Bewerbersituation entspannen wird. Wir haben festgestellt, dass auf unsere jüngsten Ausschreibungen deutlich mehr Bewerbungen eingegangen sind als in den letzten Jahren.“ Mehr Personal heißt mehr Platzbedarf: „Hier arbeiten wir aber durch Anmietung und Ankauf von Gebäuden an einer Lösung.“

Von Dirk Reitmeister

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