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Das Große Moor im steten Wandel

Sassenburg / Neudorf-Platendorf Das Große Moor im steten Wandel

Neudorf-Platendorf. Seit mehr als 200 Jahren wird im Großen Moor industriell Torf abgebaut. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich nicht nur die Abbaumethoden, sondern auch die klimatischen Bedingungen stark verändert.

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Renaturierung: Die abgetorften Flächen sollen durch Wiedervernässung wieder Hochmoore werden.

„Der Torf wird von den Hochmoorflächen abgebaut“, weiß Antje Präger, Umweltdezernentin des Landkreises Gifhorn. „Abgetorft wird bis auf das Niedermoor. Dann beginnt die Renaturierung mit der Wiedervernässung der Flächen.“

Hier werden aber keine großen Seen geschaffen, sondern kleine Wasserkammern. Eigentlich sei das Ziel, wieder Hochmoor zu bekommen, so Präger. „Doch bei den jetzigen klimatischen Bedingungen ist daran nicht zu denken.“ Der Grund: „Die Niederschlagsmenge reicht einfach nicht aus.“

Außerdem habe sich die Qualität der Niederschläge verändert. „Sie haben zu viel Stickstoff.“ Der Stickstoff schade Torfmoosen. Diese Pionierpflanze bildet immer wieder neue Schichten und wächst im Laufe vieler Jahren zum Hochmoor.

Torfmoose brauchen nährstoffarmes Wasser. Steigt der Nährstoffgehalt des Wassers, wachsen zu viele Konkurrenzpflanzen wie Birken und Kiefern, die Moose werden um ihre Wachstumschancen gebracht. „Chancen, wieder Hochmoorflächen zu bekommen, bestehen also folglich nur dann, wenn die Niederschlagsmenge ausreicht und der Nährstoffgehalt des Wassers sinkt“, so Präger.

Würde man die abgetorften Flächen nicht wieder vernässen, sondern der Natur überlassen, würde wohl eine neue Waldfläche entstehen.

AZ-INFO: Torfabbau:

Auch der Torfabbau hat sich stark verändert. Wurde der Torf früher mit dem Spaten gestochen und wurden die Soden per Hand aufgeschichtet, folgte eine lange Zeit, in dem Maschinen – wie größte Bagger – das Stechen übernahmen. Heute fährt ein Trecker mit einer breiten Egge über die Flächen und löst eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Torfschicht. Die wird dann von Raupen zu riesigen Torfbergen zusammen geschoben.

Ganz neu im Einsatz sind im Großen Moor übrigens zwei Pistenraupen, die sonst in den Alpen für hervorragend präparierte Skipisten sorgen. Jetzt sausen sie über die Hochmoorflächen.

Bagger beladen schließlich Lastwagen oder Loren der Torfbahn. So wird der Torf schließlich in die Torfwerke gebracht, wo er verarbeitet wird. „Heute“, so weiß Präger, „wird daraus meist Gartenerde produziert.“ Der Brenntorf sei inzwischen ganz vom Markt verschwunden.

cha

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