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Darum fallen Rentner auf den Enkeltrick herein

Gifhorn Darum fallen Rentner auf den Enkeltrick herein

Gifhorn. Eine 86-Jährige aus Brechtorf geht einer schäbigen Masche auf dem Leim und wird um 20.000 Euro geprellt: Dass der so genannte Enkeltrick trotz Medienberichten und Infoveranstaltungen der Polizei immer noch zieht, führen Fachleute im Kreis Gifhorn auf den Wandel in der Gesellschaft zurück.

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20.000 Euro ergaunert: Dass Rentner auf den Enkeltrick reinfallen, liegt laut Fachleuten am Wandel in der Gesellschaft.Foto: Archiv

Quelle: Foto: Archiv

Gifhorn. Hans-Georg Reinemann ist sich ziemlich sicher, nicht auf den Enkeltrick hereinzufallen. Mit seinen beiden Großkindern pflegt der 81-Jährige fast täglich Umgang. Doch der Vorsitzende des Papenteicher Seniorenbeirates weiß, dass nicht jeder Senior in dieser glücklichen Lage ist. Viele vereinsamen, hören kaum etwas von ihren Angehörigen. „Genau das ist der Punkt.“ Da werde jeder vermeintliche Anruf eines Kindes oder Enkels gern für bare Münze genommen. „Das gelebte Miteinander muss verbessert werden.“

Auch Elke Wiegmann vom Seniorenbeirat der Stadt Gifhorn sieht die Familien gefragt. „Die Söhne und Töchter sind auch in der Pflicht.“ In der Familie müsse klar darüber gesprochen werden, dass Geldfragen nicht am Telefon oder mit wildfremden Personen, die angeblich im Auftrag handelten, abgewickelt würden. Wiegmann lobt die Filiale der Brechtorferin, die diese hohe Summe nicht ausgezahlt hatte - worauf das Betrugsopfer eine andere Filiale aufsuchte. Wiegmann wünscht sich bei allen Banken eine höhere Sensibilität, wenn Rentner mit solchen Anliegen erscheinen.

Genauso hofft Wiegmann, dass noch mehr Vereine, Verbände und Institutionen rund um die Seniorenarbeit Fachleute für Infoveranstaltungen referieren ließen. „Wir versuchen immer wieder zu warnen und zu sensibilisieren“, sagt Thomas Reuter, Sprecher der Gifhorner Polizei. Doch letztlich komme auch diese an ihre Grenzen, nicht nur weil ihr Präventionsfachmann auch in Sachen Einbruchsdiebstahl gut ausgelastet sei. „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen“, sagt Reuter. Auch wenn die meisten Rentner nicht auf den Trick hereinfielen, einige pfiffige sich sogar zum Schein darauf einließen und die Polizei einschalteten, gebe es doch immer einige, die den Betrügern auf den Leim gingen. „Das ist dann wohl dem Alter geschuldet“, sagt Reuter. Und: „Diese Zielgruppe erreichen wir möglicherweise nicht mehr.“

Die Seniorenbeiräte wollen den Enkeltrick jedenfalls verstärkt bekämpfen. Reinemann will die Verantwortlichen aus den Gemeinden im Papenteich zum Thema an einen Tisch holen, und auch Wiegmann kündigt an, dass sich eine der nächsten Sitzungen des Gifhorner Seniorenbeirates damit befassen wird.

rtm

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