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Continental steigt aus der E-Mobilität aus

Gifhorn / Hannover Continental steigt aus der E-Mobilität aus

Der Continental-Konzern verabschiedet sich aus der Fertigung kompletter Motoren für Elektroautos. Der bislang einzige Auftrag des für die Technologie verantwortlichen Werks in Gifhorn laufe Ende 2016 aus, sagte Conti-Vorstand Frank Jourdan.

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Stellenabbau: Conti stellt die E-Motoren-Fertigung in Gifhorn zum Jahresende 2016 ein.

Quelle: Michael Uhmeyer

„Da bisher keine neuen Aufträge in Sicht sind, wird es auf absehbare Zeit auch keine in Gifhorn produzierten Elektromotoren mehr geben“, erklärte Jourdan.

Der Standort war bislang der einzige im Konzernverbund, der große E-Motoren fertigen konnte. Vor gut fünf Jahren hatte die Conti einen zweistelligen Millionenbetrag in den Aufbau der Zukunftstechnologie investiert. Auf bis zu 60000 Motoren im Jahr war die Kapazität ausgelegt worden. Doch über einen Auftrag für Renault kam der Standort nie hinaus. Die trüben Verkaufszahlen bei E-Autos verschärften die Unterauslastung.

Auf der gestern beendeten Nationalen Konferenz Elektromobilität hat die Bundeskanzlerin zwar „eine weitergehende Förderung“ von E-Autos noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Diskutiert wird unter anderem über verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Strom- oder Hybrid-Dienstwagen.

Für Gifhorn wird das wohl zu spät kommen. Jourdan sprach sich gleichwohl für staatliche Anreize zur Absatzförderung aus. „In Ländern, die den Verkauf von Elektroautos fördern, sind auch die Verkäufe wesentlich höher“, sagte er. An dem Ziel, dass 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren sollen, hielt die Konferenz fest. Bislang sind erst gut 25000 Fahrzeuge zugelassen.

Mit dem zusätzlichen Standbein E-Mobilität hatte die Conti ursprünglich den Strukturwandel im Gifhorner Werk abfedern wollen. Denn dort steht noch ein wesentlich größerer Bereich vor dem Aus: Die Zylinder für Bremskraftverstärker ließen sich in Deutschland nicht mehr profitabel fertigen, rechnete Jourdan vor. An den Bremskraftverstärkern hängen 4000 Jobs in Gifhorn, Frankfurt und dem tschechischen Jicin. Der Chef der Conti-Bremssparte will die Zylinder – wie bereits die Konkurrenz – künftig an einem Niedrigkostenstandort fertigen. Jicin gilt als wahrscheinlichste Option.

680 der 1600 Arbeitsplätze sind offenbar in Gefahr. Jourdan wollte sich auf das Ausmaß des Abbaus nicht festlegen. „Aber es wird eine substanzielle Zahl von Stellen sein.“ Ziel sei es, die Restrukturierung „so sozialverträglich wie möglich“ zu gestalten. Den Betroffenen sollten andere Jobs innerhalb des Konzerns angeboten werden.

lr

Gewerkschaft kündigt Protest an

IG-Metall-Chef und Conti-Aufsichtsratsvize Hartmut Meine kritisierte das Vorgehen des Konzerns scharf. Wenn Produkte verlagert werden sollen, müssten vorher Entscheidungen über neue, zukunftsorientierte Produkte für Gifhorn fallen. „Wer abholzt, muss auch aufforsten“, sagte Meine. Er kündigte „massive Proteste“ für den Fall an, dass der Konzern betriebsbedingte Kündigungen aussprechen wolle – „zumal es dem Konzern wirtschaftlich glänzend geht“.

lr

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Gifhorn
Aus für E-Motoren-Produktion bei Conti: Die IG Metall kritisiert die Unternehmensleitung scharf.

Gifhorn. Die Ankündigung von Conti-Vorstand Frank Jourdan, die Elektromotoren-Fertigung im Werk Gifhorn Ende 2016 einzustellen, wird von der IG Metall scharf kritisiert. „Das ist ein Schritt zurück in die Steinzeit“, sagt Lothar Ewald.

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