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Chaplin-Prozess: Angeklagter stellt das Rechtswesen infrage

Gifhorn Chaplin-Prozess: Angeklagter stellt das Rechtswesen infrage

Weil er als Charlie Chaplin eine Bank in Groß Oesingen und dann sechs weitere Kreditinstitute überfallen haben soll, wird einem 33-Jährigen im pfälzischen Landau der Prozess gemacht. Zu den Vorwürfen wollte sich der Angeklagte beim Auftakt gestern nicht äußern, stattdessen stellte er das ganze deutsche Rechtswesen infrage. Sein Verteidiger wollte nicht so weit gehen, hatte am Verfahren aber trotzdem einiges auszusetzen.

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Banküberfall in Groß Oesingen: Gestern war vor dem Landgericht Landau Auftakt im Verfahren gegen einen 33-Jährigen, dem sieben Raubüberfälle zur Last gelegt werden.

Quelle: Christoph Wolter

Die Anklage: besonders schwerer Raub, erpresserischer Menschenraub, räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung. Der 33-Jährige habe Bankangestellte immer wieder mit scharfen Waffen bedroht, sie gefesselt, manchmal auch geschlagen. Mehr als 300.000 Euro soll er erbeutet haben.

Der Angeklagte zitierte in einer 19-minütigen Erklärung Politiker, Juristen, das Bundesverfassungsgericht. Widmete sich dem Grundgesetz, der Strafprozessordnung und dem Gerichtsverfassungsgesetz. Und kam so zu der These, dass die Bundesrepublik kein richtiger Staat sei - und das Landgericht Landau kein richtiges Gericht. „Vielen Dank“, antwortete Vorsitzender Richter Urban Ruppert und ließ sich die Ausführungen reichen.

Der Berliner Verteidiger des 33-Jährigen kritisierte die „willkürliche“ und „rechtswidrige“ Zuteilung von Richtern am Landauer Landgericht. Ein Polizist müsse von der Zeugenliste gestrichen, weil er nur den 33-Jährigen als möglichen Täter im Blick gehabt habe. Und ein psychiatrischer Gutachter sei auszutauschen, weil er nicht renommiert genug und voreingenommen wirke.

Ob die Richter das auch so sehen, lassen sie einstweilen offen. Den Polizisten hingegen streichen sie tatsächlich von der Zeugenliste. Dass sie selbst mit vollem Recht auf den Richterstühlen sitzen, wollen sie sich aber nicht absprechen lassen - weder vom Verteidiger noch vom Angeklagten.

häm

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