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Bunzlauer Keramik: Wasbütteler zeigt seine Lieblinge im Museum

Isenbüttel Bunzlauer Keramik: Wasbütteler zeigt seine Lieblinge im Museum

Wasbüttel. Teller und Tassen, Krüge und Kannen haben es ihm angetan: Peter Hesse aus Wasbüttel ist ein wahrer Kenner der Bunzlauer Keramik. „Ich bin zufällig dazu gekommen - und heute habe ich eine der größten privaten Sammlungen.“ Interessierte Besucher können sich die nach Anmeldung in Hesses Keller anschauen. Doch zurzeit sind Lücken in den Regalen. Denn: „Einige meiner Lieblingsstücke sind Teil einer Sonderausstellung.“

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Privat-Museum im Keller: Peter Hesse aus Wasbüttel zeigt Besuchern gerne seine Sammlung – nur einige Stücke davon sind zurzeit Teil einer Sonderausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz.

Quelle: Saskia Pribyl

Das niederschlesische Bunzlau ist berühmt für seine Keramik: „Dort gibt‘s den besten Ton“, weiß Hesse. „Und die Zunftordnung sah früher vor, dass es nur zehn Töpfermeister im Ort geben durfte.“ Berühmte Namen wie Paul und Sohn, Reinhold oder Burdack stehen noch heute für beste Qualität: „Es gibt sowohl das Gedeck für die breite Masse, als auch das mit Goldrand und Verzierungen für die gehobene Klasse.“

Der 67-jährige Wasbütteler interessiert sich für alle Stücke: „Man denkt, man hat schon alles - aber alle paar Monate stößt man bei einer Auktion auf ein Exemplar, bei dem man wieder große Augen bekommt.“ Dann schlägt Hesse zu - zwar nicht zu jedem Preis, aber einen Glückstreffer landet er auch so immer mal wieder: „Einen Hunderter hab ich fürs Göring-Service geboten, mit null Hoffnung auf Erfolg - und dann hab ich‘s für gerade mal 40 Euro bekommen.“ Einst war‘s ein Geschenk eines Bunzlauer Töpfers an den nationalsozialistischen Reichsmarschall Hermann Göring - heute ist es in Wasbüttel zu bestaunen. „Zwar kann man nicht ganz ausschließen, dass es ein Abguss ist. Aber ich kenne in Sammlerkreisen weit und breit kein zweites Exemplar.“

Andere Sammler sind es auch, die Hesse immer wieder um Rat fragen: Jahrgang, Hersteller, Glasur und Dekor geben Aufschluss darüber, wie viel ein Krug oder eine Kanne wert ist. Kein Wunder also, dass man Hesse für die Bunzlau-Sonderausstellung ins Boot holte.

Von Wasbüttel bis nach Görlitz

Kostbare Exponate gehen auf die Reise

Auf einem Flohmarkt fand Peter Hesse Gefallen an einer alten, braunen Kanne – „so wie man sie früher auf dem Kohleherd hatte“, erinnert sich der 67-jährige Wasbütteler. „Was ich damit anfing, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht.“ Denn aus der alten Kanne wurde eine riesige Sammlung.

„Bunzlauer Keramik – Anfänge und Moderne“: Noch bis Ende Oktober ist die Sonderausstellung im Schlesischen Museum zu Görlitz zu sehen. Zuvor machte sie Station im Muzeum Ceramiki w Boleslawcu, dem Keramik-Museum in Bunzlau. Beide Ausstellungshäuser haben seit Sommer 2010 gemeinsam die Sonderschau vorbereitet – und Peter Hesse aus Wasbüttel war als ausgewiesener Kenner der Bunzlauer Keramik daran beteiligt: „Deshalb werden nun auch Teile meiner Sammlung in dem Museum ausgestellt.“ Zu sehen sind archäologische Funde und Erzeugnisse Bunzlauer Keramikbetriebe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Blieben kleinere Betriebe meist konservativ und beharrten auf dem althergebrachten braunen Gebrauchsgeschirr, so griffen andere die künstlerischen Impulse einer neuen Keramik-Fachschule auf.

Wenn die Sonderausstellung in Görlitz Ende Oktober geschlossen wird, kommen 80 Ausstellungsstücke von Peter Hesse zurück nach Wasbüttel – seine Sammlung mit mehr als 1000 Exemplaren ist dann wieder komplett. Zu sehen ist sie aber auch schon jetzt nach Voranmeldung unter Tel. 05374-1407.

til

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