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Bürgerwehr und Demo gegen Einwanderung

Gifhorn Bürgerwehr und Demo gegen Einwanderung

Gifhorn. Eine Demonstration von rund 100 Teilnehmern - zumeist Spätaussiedlern - gegen Gewalt und Einwanderung fand am Sonntagnachmittag in der Gifhorner Fußgängerzone statt. Die Aktion war nicht angemeldet und kam offenbar über WhatsApp zu Stande.

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Demonstration in der Gifhorner Innenstadt: Rund 100 Teilnehmer sprachen sich gegen eine Einwanderung aus.

Quelle: Photowerk (mf)

„Wir wollen friedlich marschieren“, sagt Leo W. aus Isenbüttel. „Wir haben Angst um unsere Kinder“, so der 30-jährige Familienvater, der seines inzwischen zur Schule bringe und wieder abhole. Er sieht in dem ungebremsten Zuzug durch Asylbewerber eine Bedrohung. Ein 27-Jähriger aus Celle macht keinen Hehl daraus, Asylbewerber mit Gewalt gleich zu setzen. Auch andere Teilnehmer fürchten mit der Flüchtlingswelle zunehmend Vergewaltigungen. Auf ihre eigene Migrationsgeschichte angesprochen, sagen sie, sie hätten sich integriert, die deutsche Sprache gelernt und arbeiteten: „Wir passen uns an“, so der Celler.

„Ein nicht angemeldeter Aufzug durch die Innenstadt“, sagt Thomas Reuter, Sprecher der Gifhorner Polizei, die die rund 100 „Spaziergänger“ vom Rathaus zum Schillerplatz und wieder zurück begleitet hat. Der Marsch sei relativ friedlich vonstatten gegangen. Bundesweit habe es Aufrufe zu solchen Aktionen gegeben. Die Polizei behalte das im Auge.

Das Bündnis Bunt statt Braun beobachtet die neuesten Entwicklungen in Gifhorn mit Sorge. „Es ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Prozesse“, sagt Martin Wrasmann. „Die Frage ist, wie wir damit umgehen.“ Das werde beim Treffen diese Woche besprochen. „Wir müssen darauf reagieren und werden es auch.“

Polizei verweist auf Gewaltmonopol des Staates

Gibt es jetzt auch in Gifhorn eine Bürgerwehr? Im sozialen Netzwerk Facebook hat sich eine Gruppe „Gifhorn passt auf“ gebildet, die nach eigenen Angaben für Sicherheit sorgen will. Die Polizei sieht das mehr als skeptisch und macht auf das Gewaltmonopol des Staates aufmerksam.

Am Wochenende zeigte die Gruppe nach eigenen Angaben zum ersten Mal Präsenz. „In fünf Gruppen aus je drei Personen, immer in Sicht und Hörweite zur nächsten Gruppe, nahmen wir die uns bekannten Brennpunkte in Augenschein“, heißt es bei Facebook. An der Rendezvous-Haltestelle Hindenburgstraße hätten die Patrouillen-Gänger beobachtet, wie eine „Gruppe von männlichen Asylanten“ mit der Polizei diskutierte. „Wir hatten auf jeden Fall das Gefühl, dass die jungen Mädchen, die dort alleine auf ihren Bus warteten, sich etwas sicherer gefühlt haben“, begründet die Gruppe, warum sie regelmäßig dort sein will.

„Die Polizei ist grundsätzlich gegen solche Bürgerwehren“, sagt Sprecher Thomas Reuter. „Hier bei uns im Landkreis Gifhorn besteht kein Grund zur Unruhe.“ Die Gifhorner Polizei habe keine Probleme damit, ihre Aufgaben zu erledigen. „Es gibt keinen Anlass, daran zu zweifeln.“

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