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Bühne für Menschenrechte spielt in Gifhorn

„Die NSU-Monologe“ Bühne für Menschenrechte spielt in Gifhorn

Das Bündnis „Bunt statt Braun“ hatte zu einem eindrücklichen Theaterstück in die St. Altfrid-Kirche eingeladen. Es ging um die Geschichten dreier Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds, aber auch um den Umgang von Ermittlungsbehörden ebenso wie von der Gesellschaft mit den brutalen Morden.

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„Die NSU-Monologe“: Das Stück der Berliner Bühne für Menschenrechte wirft die Frage nach Fremdenfeindlichkeit neu auf.
 

Quelle: Christina Rudert

Gifhorn. Die Ermordung eines geliebten Menschen ist schlimm genug. Aber es geht noch schlimmer: Ermittlungsbehörden verdächtigen Hinterbliebene als Täter, unterstellen den Opfern Drogenhandel und Geldwäsche. Wäre das auch passiert, wenn die Ermordeten – alle Opfer von Fremdenhass – einen über Generationen zurückreichenden deutschen Stammbaum gehabt hätten?

Drei der zehn Opfer der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) bekamen am Freitagabend in der Altfrid-Kirche ein Gesicht. Die Bühne für Menschenrechte aus Berlin verlieh den Witwen von Enver Simsek und Mehmet Kubasik sowie dem Vater von Halit Yozgat Stimmen in dem Stück „Die NSU-Monologe“. „Wir haben ganztägige Interviews und Originaldokumente unverändert in dieses Stück übernommen“, schickte Florentine Seuffert als Erklärung vorweg.

Wenn Adile Simsek verwundert sagt, dass sie doch immer ihre Steuern gezahlt haben, dass sie deutsche Freunde hatten und Deutsch sprachen, erinnert das fatal an die Hoffnung vieler deutscher Juden in den 1930er Jahren, dass ihre Integration sie schützt. „Wir haben an Deutschland geglaubt“, sagt Ismail Yozgat. „Merkel hat uns versprochen, dass die Sache aufgeklärt wird“, wird Elif Kubasik zitiert.

In dem beeindruckenden Stück, eher Hörspiel als Theater, ging es nur vordergründig um die drei Geschichten. Im Hintergrund schwang immer die Frage mit, welche Rolle Ausländerfeindlichkeit nicht nur am rechten Rand der Gesellschaft, sondern auch in ihrer Mitte spielt. Und angesichts der nur spärlich gefüllten Reihen bekam die Formulierung von Martin Wrasmann vom veranstaltenden Bündnis „Bunt statt Braun“, der vom „Radikalismus des Wegsehens“ sprach, noch zusätzliches Gewicht.

Von Christina Rudert

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