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Bomben, Schießereien und Entführungen

Bergfeld Bomben, Schießereien und Entführungen

Bergfeld. „Es war sehr an der Grenze“, sagt Sybille Schnehage und meint damit ihre eigene, an die sie während des jüngsten Afghanistan-Aufenthalts im Rahmen humanitärer Hilfen ihres Vereins Katachel geriet (AZ berichtete).

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Humanitärer Einsatz: Für Katachel e.V. legte Sybille Schnehage während ihres Aufenthalts in Afghanistan den Grundstein für eine Schule - auch das mit bewaffnetem Begleitschutz.

Täglich Bombenanschläge, nächtliche Schießereien, Entführungen: „Ich hatte Angst“, gibt die 63-Jährige offen zu, die dennoch den Grundstein legte für die 25. vom Verein errichtete Schule und Mehl und Geld an bedürftige Frauen ausgab - allerdings in einem verschlossenen Innenhof nach zuvor erfolgter Leibesvisitation unangemeldet erscheinender Bittstellerinnen durch Bewaffnete, die Schnehage auch stets begleiteten, wenn sie das Büro- und Wohngebäude des Vereins in Kunduz verließ.

Und so seien auch die 500 Meter bis zur Baustelle der neuen Schule nicht etwa zu Fuß zurück gelegt worden, sondern mit dem Auto. Und zwar „volle Pulle“, um ferngezündeten Minen in der Straße entgehen zu können, berichtet Schnehage, die bedauert, dass die Versuche der internationalen Gemeinschaft, dem Land Frieden zu bringen und die Demokratie als Staatsform zu etablieren, mit militärischen Mitteln erfolgten: „Anstatt Arbeitsplätze zu schaffen für die jungen Männer.“ Diese würden nun in Ermangelung jener vermummt und nachts mit Waffengewalt in Häuser eindringen und Mädchen entführen: „Weil sie die 5000 Dollar für eine Hochzeit nicht haben.“

Sybille Schnehage kam Ende Mai nach drei Wochen zurück nach Hause: „Ich war krank und ziemlich am Ende.“ Mittlerweile hat sie sich erholt von den Strapazen. Das ist auch nötig, denn das Fest zum 20-jährigen Bestehen des Vereins Katachel am 19. Juli ab 14 Uhr in Ehmen muss vorbereitet werden.

jr

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