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Gifhorn Stadt Biotope zerstört aus finanziellem Interesse?
Gifhorn Gifhorn Stadt Biotope zerstört aus finanziellem Interesse?
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00:26 30.05.2014
Wertvolle Biotope zerstört: Der Nabu Boldecker Land kritisiert die Vorgehensweise der Gemeinde und des Erschließungsträgers bei der Realisierung des Baugebiets in Jembke. Quelle: Photowerk (alb Archiv)
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Jembke

Eine der letzten Orchideenwiesen im Kreis, Fledermausquartiere, Sandtrockenrasen und der Lebensraum des Neuntöters: All das ist laut Nabu zerstört worden - und die Ausgleichsfläche sei viel zu klein. „Die Berechnungen beruhen auf einem fehlerhaften Umweltgutachten“, meint Diplom-Biologe und Nabu-Ortsgruppenchef Jan-Hinnerk Schwarz. Er hat sich das Gelände selbst angesehen und dabei viele vom Aussterben bedrohte Arten und Biotope entdeckt, die im offiziellen Gutachten nicht auftauchten - und nun wohl zerstört sind. „Mehr Ausgleichsflächen kosten auch mehr Geld“, so Schwarz.

Aber wie konnte das passieren? „Die Beteiligung des Nabu klappte in keinster Weise“, sagt Schwarz. Er meint: Laut Umweltschadensgesetz besteht für das gesamte Gebiet eine Sanierungspflicht, die Kompensationsfläche muss also deutlich größer ausfallen. „Es ist beschämend, wie die Gemeinde sich aus der Verantwortung stehlen will. Selbst wenn juristisch alles korrekt gelaufen ist, stehen sie und der Erschließungsträger IDB moralisch in der Pflicht“, meint Schwarz.

Für Bürgermeister Henning Schulze sind die Vorwürfe in keinster Weise gerechtfertigt. Die Umweltverbände seien von Beginn an über die Koordinationsstelle der Natur- und Umweltverbände beteiligt worden. Zudem habe auch der Nabu Boldecker Land die Unterlagen erhalten: „Wir wollten das Projekt für die Umwelt möglichst schadenfrei realisieren.“ Alle Forderungen der Unteren Naturschutzbehörde als Dienstaufsicht seien erfüllt worden. „Deshalb muss aus unserer Sicht nicht nachgebessert werden“, so Schulze.

alb

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