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Gifhorn Stadt Bewegungsbild: Experte spürt dem Wolf im Kreis nach
Gifhorn Gifhorn Stadt Bewegungsbild: Experte spürt dem Wolf im Kreis nach
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00:16 06.09.2013
Tipps für Halter von Schafen und Heidschnucken: Wolfsberater Carlo Laser steht als Berater zur Verfügung und will ein Bewegungsprofil des Wolfes erstellen, der im Kreis unterwegs ist. Quelle: Sebastian Preuß
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Sein Ziel: ein Bewegungsbild des scheuen Tieres - es soll sich um einen jungen Wanderwolf handeln - zu erstellen. „Ich bin an jeder Beobachtung von Spaziergänger und Landwirten interessiert, die den Wolf gesehen haben“, hat Laser keinen Zweifel daran, dass sich das Tier weiterhin im Gifhorner Nordkreis aufhält.

Laser, Nebenerwerbs-Schäfer mit einer 300-köpfigen Herde, ist selbst Jäger und Jagdaufseher. Er weiß, dass der Wolf für Menschen keine Gefahr darstellt. „Wölfe haben ein großes Vermeidungsverhalten - sie gehen uns aus dem Weg, denn der Mensch passt nicht in ihr Beuteschema. Ängste sind darum unnötig.“

Der Wolf aus dem Gifhorner Nordkreis lege täglich bis zu 70 Kilometer zurück. Sein Jagdterritorium habe eine Größe von 200 bis 300 Quadratkilometern, schätzt der Kreis-Wolfsberater. Die Hauptbeute des Wolfes sei Rehwild. Haltern von Schafen und Heidschnucken rät Laser jedoch, ihre Wiesen durch Elektrozäune mit „Bodenschluss“ zu sichern. „Ich berate Landwirte und Schäfer gerne“, bietet der 58-Jährige seine Hilfe an. Er plant inzwischen eine Info-Veranstaltung in Kooperation mit dem Landvolk.

Wolfsbeobachtungen sind unter der Handy-Nummer 0160-91987748 an Laser zu melden. „Die Daten fließen in das Wolfsmonitoring-Projekt der Landesjägerschaft ein“, erläutert der Experte.

ust

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Spaziergänger im Wald haben laut Fachmann Florian Preusse vom Nabu-Kreisverband Gifhorn keinen Grund dazu.

Nöte und Sorgen von Nutztierhaltern seien dagegen ernst zu nehmen, sagt er angesichts des ersten Wolfs-Nachweises im Nordkreis (AZ berichtete). „Der Wolf meidet den Menschen“, sagt Preusse. Man werde ihn kaum zu Gesicht bekommen. Der stellvertretende Nabu-Kreisvorsitzende und Wolfsbotschafter für die Region warnt vor Panikmache und appelliert, mit dem Thema sachlich umzugehen.

Dazu gehöre auch, den Wolf nicht zu verharmlosen. „Betroffene müssen ernst genommen werden“, sagt Preusse. Das diene der Akzeptanz des Zuwanderers. Nutztierhalter seien zu entschädigen, werde ein Wolfsriss von Fachleuten eindeutig nachgewiesen. Geld müsse auch zur Vorsorge, etwa durch Elektrozäune oder Herdenschutzhunde, bereit gestellt werden. „Das wird im Wolfsmanagementplan geregelt.“ Und den gebe es in Niedersachsen.

Ist der fotografierte ein durchziehender oder ein ortstreuer Wolf? „Das muss man abwarten“, sagt Preusse. Er kann sich durchaus vorstellen, dass sich ein Rudel bildet. „Die Region gibt es her.“ Mit einer „Wolfsschwemme“ sei nicht zu rechnen.

rtm

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