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Gifhorn Stadt Beträchtliche Schäden nach Hagel
Gifhorn Gifhorn Stadt Beträchtliche Schäden nach Hagel
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00:16 01.08.2013
Staus vor den Werkstätten: Die Autohäuser haben nach dem Unwetter am Samstag alle Hände voll zu tun, Hagelschäden zu beseitigen. Quelle: Photowerk (cc)
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Landkreis Gifhorn

In der Gärtnerei Brand in Meine wurden vier Gewächshäuser stark beschädigt, mindestens die Hälfte der Scheiben sind zerstört. Gefahr besteht durch lose Glasscherben, die noch immer zu Boden fallen. „Wir können die Gewächshäuser nicht betreten, das wäre viel zu gefährlich“, so Gabriele Brand.

Die Mitarbeiter im Bauamt der Samtgemeinde Papenteich verschafften sich am Montag einen Überblick von den Schäden an den Immobilien. „Erhebliche Schäden gab es am Dach der Grundschule Meine. Dort wurden Dachziegel beschädigt, es trat Wasser ein“, berichtete André Fröhling. Auch am Rathaus wurden Dachziegel in Mitleidenschaft gezogen, die Fassade der Grundschule Rötgesbüttel wurde durch Hagelschlag beschädigt, außerdem gab es Schäden am Feuerwehrgerätehaus Gravenhorst.

Fast ausgeknockt hat der Hagel die Ampel an der Kreuzung in Calberlah. Ein rotes Signal leuchtet nicht mehr dort, wo es eigentlich leuchten sollte, weil es von einem faustgroßen Hagelkorn getroffen worden war. Behoben werden soll der Schaden laut Bernd Mühlnickel von der zuständigen Straßenbaubehörde in Wolfenbüttel am Dienstagmittag. „Dafür brauchen wir den Hubsteiger.“ Der sei nicht früher verfügbar gewesen - wegen diverser Hagelschäden an anderen Ampeln.


Wer jetzt sein Auto zur Inspektion bringen will, dürfte Probleme bekommen: Unzählige Autos mit Hagelschäden werden vorher dran sein. Die Autohäuser haben seit Montag alle Hände voll damit zu tun, zertrümmerte Scheiben zu ersetzen.

„Das habe ich in dieser Form noch nie gesehen“, sagt Frank Hermann vom Service beim VW-Autohaus Kühl in Gifhorn. Es werde Wochen dauern, bis alle Hagelschäden abgearbeitet seien.

„50 Autos habe ich mir schon angeguckt“, berichtet Jürgen Pommerenke von Schlingmann von seinem Vormittagsprogramm am Montag. „Ich habe hier noch 30 Zettel von Leuten, die ich zurückrufen muss.“

„Alle haben richtig zu tun“, sagt Kfz-Obermeister Stefan Pingel. „Das ist nicht nur ein bisschen Steinschlag. Da sind handgroße Löcher in den Scheiben, von den Blechschäden gar nicht zu sprechen.“ Kunden nur mit Wartung und Inspektion müssten die nächsten Tage warten. „Da müssen die Leute Verständnis haben“, sagt Pingel. „Wir beheben zuerst die Glasschäden, damit die Leute wieder fahren können“, sagt auch Pommerenke, der so wie Hermann überlegt, Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück zu holen.

Weiteres Problem: Urlaub herrsche auch in den Büros von Gutachtern und Versicherern, sagt Hermann. Und: Wie lange mag es noch Ersatzscheiben geben? Pommerenke: „Im Moment kriegt man sie noch.“ Die Befürchtung sei aber, so Hermann, dass sie bei der Nachfrage bald knapp werden könnten.


Es ist nicht so, dass die Handwerker darauf gewartet hätten: Das Unwetter am Samstagnachmittag hat die Terminkalender von Dachdeckern und Glasbauern verhagelt.

„Das Telefon steht nicht still.“ Dachdecker Remo Hoppe aus Schwülper weiß nicht mehr, wie er das alles bewältigen soll. „Wir haben Hauptsaison.“ Und nach dem langen Winter eigentlich so schon alle Hände voll zu tun. „Jetzt kommen echte Probleme auf die Handwerker zu“, sagt Hoppe. Auch er muss umdisponieren und die eine oder andere Baustelle ruhen lassen, wo es möglich ist, um seine Leute zu den akuten Hagelschäden zu schicken. Dort drohen Folgeschäden durch offene Dächer. „Wir können die Leute ja nicht im Regen stehen lassen.“

„Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagt auch Stefanie Bilitza von der Dachdeckerei Henters in Isenbüttel. „Teilweise haben Mitarbeiter schon ihren Urlaub abgebrochen.“

Glasbauer Marco Lehner aus Gifhorn war schon das Wochenende über von morgens bis abends unterwegs – von Wolfsburg bis nach Ribbesbüttel querbeet durch die Region. In der VW-Stadt habe er allein für ein Wohnungsunternehmen 28 Dachhauben abgedichtet. Und auch am Montag war er wieder unterwegs, bis zum Vormittag schon bei zehn Kunden zum Aufmessen. „Wir haben ordentlich Arbeit“, sagt Lehner. Ein Mitarbeiter sei extra aus dem Urlaub zurück gekommen. „Im Moment müsste ich eigentlich das Doppelte an Personal haben.“

rtm/co

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