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Berg: „Ich bin ein Tier-Junkie“

Lessien Berg: „Ich bin ein Tier-Junkie“

Lessien. „Ich bin ein Tier-Junkie“, behauptet Ulrich Berg von sich. Jedenfalls lebt er mit Tieren, genau gesagt mit Vertretern von vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen.

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Auslaufmodelle: Berg hält und züchtet unter anderem auch Karakul- und Fettsteiß-Schafe.

Quelle: Photowerk (jr)

Sie bevölkern das komplette Anwesen nördlich der Bundesstraße, das damit zurecht die Bezeichnung „Nutztierarche“ trägt.

Nutztierarchen gibt es in Deutschland einige Hundert sowie ein Dutzend in Europa und Kanada. Berg, im Hauptberuf Landschaftsgärtner, betreibt seine seit 2005. Aber seine Leidenschaft für Tiere stammt schon aus der Kindheit: „Mein Opa war Viehhändler“, berichtet der 49-Jährige, der seine Zuchttiere verkauft, aber auch auch auf seinem Speiseplan stehen hat.

„Darum hat auch keines der Tiere einen Namen, außer den Hunden“, schmunzelt Berg. Der anwesende Border Collie kümmert sich weniger um die Fettsteiß-, Hissar-, Stein- und Karakulschafe, sondern spielt den ganzen Tag mit irgendwas oder kläfft mitunter beharrlich den weiblichen Kangal an, einen riesigen anatolischen Herdenschutzhund, der dann beharrlich schweigt. Das liegt in seiner Natur: „Die Kangal-Welpen wachsen bei Schafen auf“, weiß Berg.

Außer den Schafen laufen auf dem 10.000 Quadratmeter großen, unterteilten Anwesen - dem Hof von Bergs Eltern - unter anderem Locken- und Emdener Gänse herum, bildschöne Altenglische Kampfhähne, Siebenbürger Nackthalshühner und als weiterer Hingucker die Rad schlagende Deutsche Bronzepute mit ihrem wahrlich puterroten Halsgehänge. Und über allem rauschen Klatscher-Tauben dahin.

Und bei allem sinnhaften Ernst von Nutztierarchen als Wahrer von Kulturgut und Erhalter alter Rassen, die nicht mehr in die industrialisierte Agrarökonomie passen - für Ulrich Berg ist „seine Arche“ vor allem Lebensqualität: „Andere spielen Fußball, ich setze mich hin und gucke den Tieren zu.“

jr

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