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Gifhorn Stadt Badet ein Ehepaar in 79 Tagen 19.000 Mal?
Gifhorn Gifhorn Stadt Badet ein Ehepaar in 79 Tagen 19.000 Mal?
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06:00 15.04.2019
Er läuft und läuft und läuft: Der Wasserhahn hätte so 237 Tage lang offen sein müssen, um den Wert zu erreichen, den Heinrich Wendt innerhalb von 79 Tagen verbraucht haben soll. Quelle: Sebastian Preuß
Kreis Gifhorn

Jürgen Schröder ist stinksauer, weil er innerhalb von drei Wochen 63 Kubikmeter Wasser verbraucht haben soll – so viel wie in zwei Jahren. Das Wasserwerk Gifhorn ließ die Wasseruhr des Gamseners checken. Ergebnis: Das Gerät ist in Ordnung (AZ berichtete). Schröder ist nicht allein mit seinem Ärger. Auf den AZ-Artikel meldeten sich Betroffene aus dem Kreis, die Stress mit dem Wasserverband Gifhorn haben.

Margrit Grebe soll 2018 satte 180 Kubikmeter mehr verbraucht haben als im Jahr davor. Die Knesebeckerin kann sich das nicht erklären. „Ich habe meine Lebensweise nicht geändert.“ Sie sei sogar sechs Wochen im Krankenhaus gewesen und müsste damit eigentlich weniger verbraucht haben. Doch Grebes Fall toppen noch Heinrich und Kirsten Wendt aus Betzhorn.

Ehepaar soll 3757 Kubikmeter Wasser verbraucht haben

Das Ehepaar soll im ersten Quartal 2018 innerhalb von 79 Tagen sage und schreibe 3757 Kubikmeter Wasser verbraucht haben. Der Wasserverband verlangt von ihnen 6487 Euro. Wendt kann nur fassungslos den Kopf schütteln. „Ich habe doch keine Beregnung laufen.“ Wozu auch, im Winter 2018? Wendt hat einen Anwalt eingeschaltet. „Ich bin mit meinem Latein am Ende.“

„Wie hätte der Wasserhahn da tropfen müssen?“, fragt sich Wendt. Karsten Jähnke, stellvertretender Obermeister der Sanitär-, Heizungs- und Kältetechnikinnung Gifhorn-Wittingen, weiß es. Ein durchschnittlicher Wasserhahn stoße pro Minute etwa elf Liter aus. Und in eine Badewanne passten etwa 200 Liter. Demnach müssten Wendts 237 Tage lang ununterbrochen einen Wasserhahn voll aufdrehen oder innerhalb der fraglichen 79 Tage fast 19.000 Vollbäder nehmen. Jähnke winkt ab: „Das geht nicht.“

Wasserverband: Jahres-Durchschnitt bei 46 Kubikmetern

Aus Gründen des Datenschutzes will Andreas Schmidt, Geschäftsführer des Wasserverbandes, zu den konkreten Fällen nichts sagen. Allgemein gilt: Der Verbrauch pro Einwohner liege durchschnittlich bei 46 Kubikmetern im Jahr. „Höhere Wasserverbräuche bei Privathaushalten beruhen sehr häufig auf unerkannten oder unterschätzten schleichenden Verbräuchen, also tropfenden oder mit geringer Menge laufenden Wasserhähnen oder Toilettenspülungen.“ Häufig seien auch Leckagen in der Hausinstallation und Rohrbrüche auf Verbindungsleitungen.

In einigen wenigen Fällen gebe es keine Erklärung für den Mehrverbrauch. Der Verband, der bei seiner Forderung bleibt und allenfalls eine Ratenzahlung anbietet, hat laut Schmidt im vorigen Jahr drei Wasserzähler und in diesem Jahr bislang ebenfalls drei – darunter die von Wendt und Grebe – zur Untersuchung geschickt. „Bei keinem der sechs Zähler wurde ein Fehler gefunden.“

Fachmann kritisiert Praxis der Wasseruhr-Prüfung

Jähnke wundert das nicht. Er kritisiere die Praxis der Überprüfungen schon länger. „Eine Prüfung muss vor Ort beim Kunden erfolgen“, fordert er. Denn: Zählerrädchen könnten durch Kalkablagerungen aneinander backen. So könne es passieren, dass der Einer den Zehner mitdrehe oder der Zehner den Hunderter. „Ich weiß, dass es diese Fälle gibt.“ Beim Transport des Zählers zur Prüfstelle würden die Geräte so durchgerüttelt, dass sich die Ablagerungen lösten – wie bei einem Thermostaten, den man mit leichten Hammerschlägen wieder gangbar macht.

Wendts Verbrauch ist übrigens seit einem Jahr wieder normal – ganz ohne Leckreparaturen, wie der Betzhorner versichert.

Von Dirk Reitmeister

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