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BUND: A-39-Gutachten ist unerfreulicher Lobbyismus!

Kreis Gifhorn BUND: A-39-Gutachten ist unerfreulicher Lobbyismus!

Lange haben sich nur die Kritiker zum geplanten Weiterbau der A 39 geäußert. Jetzt hat die IHK Lüneburg-Wolfsburg ein Gutachten vorgestellt, das die Notwendigkeit des umstrittenen Projekts für die heimische Wirtschaft verdeutlichen soll (AZ berichtete). Nicht sehr überzeugend, meint die BUND-Kreisgruppe Gifhorn. Im Interview mit AZ-Redakteur Christian Albroscheit sprechen Reimund Wunderlich, Manfred Michel und Eva Gresky vom Kreisvorstand über zerstörte Existenzen, Alternativen zur ungeliebten Autobahn und die Verantwortung der Wirtschaft.

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Kritik am Gutachten der IHK: Eva Gresky (v.l.), Manfred Michel und Reimund Wunderlich vom Kreisvorstand des BUND sprechen im AZ-Interview über den geplanten Weiterbau der A 39.

Quelle: Cagla Canidar

AZ : IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert hat bei der Präsentation des Gutachtens gesagt, dieses schaffe Fakten, vor denen die A-39-Kritiker nicht länger die Augen verschließen können. Sind Sie denn jetzt zu Autobahn-Fans geworden?

Gresky: Ganz und gar nicht. Die IHK sagt ja selbst, dass das Gutachten eine Argumentationshilfe für die A 39 ist. Sie wollen die Autobahn nach vorne bringen, ohne Alternativen in Betracht zu ziehen. Das ist unerfreulicher Lobbyismus!

Wunderlich: Wir stehen weiter für den Ausbau der B 4 mit Umgehungsstraßen. Und diese Alternative wird derzeit ja auch ernsthaft geprüft.

AZ: Die IHK führt das Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,9 als Argument für die A 39 an, was rein rechnerisch ja auch richtig ist. Warum ist die Autobahn dennoch unwirtschaftlich?

Michel: Der Faktor ist ein Maß, um verschiedene Projekte zu vergleichen. Und da ist die A 39 deutlich entfernt von dem, was notwendig ist, um realisiert zu werden - nämlich ein Faktor von mindestens 3,0.

AZ: Stichwort Zeitersparnis: Bedeuten schnellere Fahrten nach Hamburg nicht mehr Lebensqualität für die Menschen im Kreis Gifhorn?

Michel: Ein Autofahrer würde von Gifhorn aus gerade einmal fünf Minuten sparen. Und ein Lkw aus Wolfsburg wäre etwa 20 Minuten schneller.

Gresky: Und dafür werden wertvolle Biotope zerstört und mindestens 1,1 Milliarden Euro ausgegeben. Eine nachhaltige Verkehrspolitik sieht anders aus. Der Ausbau von Bahnlinien und Wasserstraßen hätte einen viel größeren Effekt.

AZ: Die IHK vertritt die Interessen der Wirtschaft. Da kann man ihr doch nicht vorwerfen, dass sie nach Argumenten für die A 39 sucht...

Gresky : Die Wirtschaft hat aber auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Die A 39 zerstört ein Gebiet, dessen Ruhe von vielen Touristen sehr geschätzt wird. Und für die Menschen, die an der Trasse wohnen, bringt sie eine enorme Gesundheitsbelastung. Zudem werden Existenzen von Landwirten oder kleinen Tourismusbetrieben zerstört.

Wunderlich: Es wird rein betriebswirtschaftlich argumentiert, nicht volkswirtschaftlich.

AZ: Ein Ziel des Gutachtens ist es doch, die Diskussion über die A 39 zu versachlichen. Das müsste Ihnen doch sehr entgegen kommen...

Wunderlich: Diese Aussage zeigt doch vor allem, dass unsere Argumente mittlerweile sehr ernst genommen werden. Das Gutachten soll wohl ein Befreiungsschlag gegen den Widerstand sein.

Michel: Wir haben die IHK zu unseren Vorträgen mit Verkehrsexperten eingeladen. Dort hätte sie sich der Diskussion stellen können.

AZ: Ist es mit dem Gutachten wahrscheinlicher geworden, dass die A 39 kommt?

Gresky: Nein. Die IHK spürt den Widerstand von 34 Bürgerinitiativen entlang der Trasse, deshalb das Gutachten. Außerdem gibt es mit dem B-4-Ausbau eine bessere Alternative und genug Ansatzpunkte, um zu klagen. Und das werden wir auch tun, wenn es sein muss.

Wunderlich: Wir sind sicher: Die A 39 wird nicht gebaut.

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