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318 Lehrstellen im Kreis Gifhorn unbesetzt

Bestimmte Branchen bleiben unbeliebt 318 Lehrstellen im Kreis Gifhorn unbesetzt

Wieder drohen auch im Kreis Gifhorn Lehrstellen zu Leerstellen zu werden. Die Branchen, die unter Bewerbermangel leiden, sind die seit Jahren bekannten: Gastronomie sowie Teile des Handwerks und des Handels.

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Lehrstellen im Kreis Gifhorn: Aktuell sind 318 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt – vor allem in einschlägig bekannten unbeliebten Branchen.

Quelle: dpa

Kreis Gifhorn. Wieder drohen auch im Kreis Gifhorn Lehrstellen zu Leerstellen zu werden. Die Branchen, die unter Bewerbermangel leiden, sind die seit Jahren bekannten: Gastronomie sowie Teile des Handwerks und des Handels.

Von den seit Oktober 2016 gemeldeten 794 Lehrstellen sind immer noch 318 nicht besetzt oder nicht abschließend vergeben, teilte Wiebke Saalfrank von der Agentur für Arbeit auf AZ-Anfrage mit. „Offene Ausbildungsstellen gibt es noch in zahlreichen Berufen. Besonders im Einzelhandel/Verkauf, hier vor allem der Verkauf von Lebensmitteln, und in den Berufen des Hotel- und Gaststättengewerbes.“ Auch bestimmte Branchen im Handwerk sind betroffen: Friseure, Bäcker, Anlagenmechaniker sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Auch das Ausbaugewerbe bietet noch freie Plätze, zum Beispiel bei den Malern.“

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Quelle: Archiv

Im Berufsberatungsjahr, das vom 1. Oktober 2016 noch bis zum 30. September geht, „haben sich bisher insgesamt 1278 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Gifhorn gemeldet“, sagt Saalfrank. „Davon warteten im Juli noch 358 Jugendliche auf die Zusage eines Betriebes.“

Das sind mehr als unbesetzte Lehrstellen, doch: „Leider geht die Rechnung nicht eins zu eins auf“, weiß Saalfrank. „Denn Interessen und Eigenschaften der Bewerber und Anforderungen der Stelle sollten bestmöglich zueinander passen. Unbesetzte Ausbildungsstellen zum Beispiel in handwerklichen Berufen sind für die meisten unversorgten Bewerber uninteressant, weil die Berufswünsche in eine andere Richtung gehen.“ Oder die Anforderungen eines Berufs passten nicht zur Qualifikation der Bewerber.

Die Top Ten der beliebtesten Berufe – unter anderem kaufmännische, IT, Kfz-Mechatroniker – sei seit Jahren unverändert. „Obwohl es mehr als 400 Ausbildungsberufe gibt“, berichtet Saalfrank. Und obwohl die Berufsberatung junge Menschen auch immer über Alternativberufe und über Berufe in der Familie des Wunschberufs informiere.

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Quelle: Archiv

„Die Gründe, sich für eine bestimmte Ausbildung zu entscheiden, sind immer individuell“, sagt Wiebke Saalfrank von der Agentur für Arbeit. „Sie hängen von Motivation, Fähigkeiten, Interessen, aber auch von Mobilitätsmöglichkeiten ab.“ Ein Punkt sollte aber nicht unterschätzt werden: „Generell sollten Betriebe versuchen, sich so attraktiv wie möglich zu machen!“ Sie müssten ihre Vorzüge herausstellen. „Eine Ursache für den Lehrlingsmangel in bestimmten Berufen ist, die von den Jugendlichen wahrgenommenen fehlende Attraktivität.“ Unter anderem weil den jungen Leuten Infos über aktuelle und in vielen Fällen modernisierte Berufsbilder und auch die Aufstiegsmöglichkeiten fehlten.

Das sagt auch Albrecht Düsel von der Ausbildungsplatzinitiative Ready4work. „Es wird zu wenig geworben. Die Branchen müssen sich besser präsentieren.“ Es reiche nicht, auf der Baustelle oder in der Werkstatt auf Bewerber zu warten. Und es reiche auch nicht, sich einmal im Jahr bei der Ausbildungsplatzbörse in der Stadthalle zu zeigen. Werbung um Bewerber: „Das ist ein großes Klavier. Da brauchst Du einen langen Atem.“ Seine Erfahrungen: Es beanspruche zwei bis fünf Jahre intensiven Marketings, um im Bewerberkreis bekannt zu werden.

„Unternehmen sollten nicht nur den Blick auf den Klassenbesten setzen, sondern auch schwächeren Ausbildungssuchenden eine Chance geben“, sagt Saalfrank. „Wir beobachten, dass bereits bei vielen Arbeitgebern heute die Motivation für einen Job wichtiger geworden ist als die Zeugnisnote.“

Und dann könne die Agentur für Arbeit mit ihren Programmen immer noch unter die Arme greifen: „Wenn sich ein Betrieb für einen schwächeren Bewerber entscheidet, helfen wir auch gern mit.“ Beispielsweise mit einigen ausbildungsbegleitenden Hilfen für die Auszubildenden, die im theoretischen Teil der Ausbildung nicht ganz so gut mitkommen.

 

Von Dirk Reitmeister

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