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25 Jahre Künstlerhaus Meinersen

Meinersen 25 Jahre Künstlerhaus Meinersen

Meinersen . Der Verein Künstlerhaus Meinersen besteht in diesem Jahr 25. Jahre. Anlass für einen Rückblick - mit dem ehemaligen Vorsitzenden Dirk Bösenberg.

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25 Jahre Künstlerhaus Meinersen: Dirk Bösenberg (l.) hielt Rückschau, Ernst Posselt blickte voraus.

Quelle: Kottlick

Bösenberg blickt auf die Anfänge. Danach kaufte der Berliner Bund Bildender Künstler Mitte der 80er Jahre das Künstlerhaus für 360.000 Mark von der Gemeinde. Es begann eine aufwändige Renovierung vor dem Hintergrund, Ateliers an Berliner Künstler zu vermieten. „Das war eine Schnapsidee“, sagt Bösenberg. „Die Künstler hatten gar kein Geld, um sich teure Ateliers leisten zu können.“ Fazit: Die Gemeinde Meinersen kaufte das renovierte Haus zurück. Laut Bösenberg flossen dafür 600.000 Mark, Kreis und Land beteiligten sich jeweils mit 200.000 Mark. Jetzt war zu klären: „Was wird aus dem Haus?“ Eine Gruppe, bestehend aus sieben Vertretern aus den Bereichen Kunst, Hochschule, Politik, Verwaltung und Großindustrie entwickelte ein Konzept.

Ziel dabei war es, begabten Künstlern nach dem Studium mit einem Stipendium einen sorgenfreien Start in die Karriere zu ermöglichen, kurz: „Sie zu fördern.“

Anfangs seien gute Einnahmen verzeichnet worden. Überregionale Förderer, VW, Auswärtiges Amt, Hochschulen waren dabei. Motto sei ein „schlankes Konzept“ gewesen. „Alle Mitglieder arbeiteten ehrenamtlich und ohne Honorar“, sagt er. Es lief gut - sieben Jahre lang: „Wir waren neben der Vergabe der Stipendien in der Lage, auch Bilder anzukaufen.“

Es folgten magere Jahre: „Die überregionale Förderung wurde eingestellt.“ Grund: „Die überregionale Bedeutung des Künstlerhauses war für die Sponsoren nicht überzeugend. Es gelang nicht, sich überregional zu profilieren, die Förderer zogen sich zurück.“ Waren in der Blütezeit vier bis fünf Stipendiaten im Haus, kamen jetzt nur noch zwei. Allein die regionale Förderung klappte nach wie vor recht gut, das Budget wurde etwas kleiner. Dann bekamen auch regionale Förderer Probleme - ein VW-Zulieferer, eine Brauerei hatten unterschiedliche Gründe, sich zurückzuziehen. Trotzdem sei der Verein mit wenig Geld ausgekommen. „Wir haben nie Minus gemacht.“

Es folge die Einbeziehung der Gemeinde, Bösenberg legte sein Amt nieder, 2008 übernahm Ernst Posselt das Ruder.

hik

Im Gespräch mit Ernst Posselt

Ernst Posselt, neuer Chef des Meinerser Künstlerhauses, blickt auf seine Anfänge: Danach traf sich eine Arbeitsgruppe zur konstituierenden Sitzung, und „es gab einen Vorstand mit guten Kompetenzen“, sagt er. Jetzt galt es, das Haus zu öffnen. Erste Elemente des neuen Konzeptes habe es mit der Ausstellung „Fundstücke“ gegeben. Das waren Bilder, die Jahre zuvor unter Dirk Bösenberg gekauft worden waren. Weiter gab es Ausstellungen ehemaliger und jetziger Stipendiaten sowie regionaler Künstler, die Sommer-Akademie wurde ins Leben gerufen, es gab den Tag der offenen Tür und eine „Menge Menschen kam ins Künstlerhaus“.

Derzeit gebe es drei Stipendiengeber – die Bösenberg-Stiftung, Landkreis und Gemeinde Meinersen. Etwas Stolz ist in seiner Stimme zu vernehmen wenn er sagt: „In diesem Jahr haben sich die Zahlen vervielfacht, wir kommen auf 1700 Besucher.“ Dabei blickt er auf die „Bestandsaufnahme Meinersen 2014“ als zugkräftige Aktion Bösenbergs zurück, die viele Menschen ins Künstlerhaus brachte.

Das Angebot soll zwar mit Graffiti oder Komics bunt bleiben, er möchte aber auch „schwere Kost anbieten“ und denkt an zeitgenössische Kunst – auch bei der Auswahl der Stipendiaten. „In diesem Punkt sind wir nicht gebunden“, schmunzelt da der Chef der Bösenberg-Stiftung als Stipendien- und vielleicht auch Ideengeber. So hebt er seine derzeitigen Stipendiaten hervor, die Enfants Terribles. Er ist überzeugt: „Was die beiden hier nach dem Jahr vorweisen werden, wird hoch interessant.“

Posselt ergänzt, dass als neue Stipendiatin des Landkreises seit Anfang September die Bildhauerin Lisa Seebach vor Ort ist. Er spricht die Finanzen des Hauses an. Hilfreich sei, „dass die Gemeinde seit 2012 auf Miete vom Künstlerhausverein verzichtet,“ sagt er. Es gelte, schwierige Zeiten zu überbrücken, blickt Posselt auf die Beiträge der „46 privaten und fünf institutionellen Mitglieder sowie die Unterstützung der Sponsoren“. Ziel sei jetzt „die weitere Außenöffnung des Künstlerhauses, und es gelte, einen weiteren Stipendien-Geber zu finden“.

hik

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