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Vor 75 Jahren: Fliegerbombe löscht Familie aus

Ehra-Lessien Vor 75 Jahren: Fliegerbombe löscht Familie aus

Ehra-Lessien. In der Nacht zum 3. August 1940 fiel eine Bombe auf ein Haus an der Fallerslebener Straße und tötete vier Menschen. „99 Prozent der Bürger heute wissen davon nichts“, glaubt der Lessiener Hobbyhistoriker Winfried Rolke. Und deshalb will er an den Vorfall vor 75 Jahren erinnern.

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Vor 75 Jahren: Eine Fliegerbombe zerstörte das Haus der Familie Höfner; Fritz Höfner wurde mit militärischen Ehren beigesetzt; Winfried Rolke will daran erinnern.

Quelle: Photowerk (jr)

„Zur Ehre der Toten, den Lebenden zur Mahnung“, wie Rolke argumentiert.

Es war im Zweiten Weltkrieg. Der Soldat Fritz Höfner (27) war auf Heimaturlaub bei seiner Frau Elisabeth (25), geborene Müller, und den Töchtern Elisabeth (2) und Ingrid (1). „Man sagt, er habe das Verdunklungsgebot missachtet“, so Rolke, „aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man aus 3000 Metern Höhe mit einer Bombe ein einzelnes Haus treffen konnte.“ Deshalb meint Rolke, es könne eigentlich kein gezielter Abwurf gewesen sein.

Möglicherweise habe der Bomber, es soll ein englischer gewesen sein, auf dem Weg nach Leipzig „versehentlich“ über Ehra Bomben verloren haben. Eine traf den Müllerschen Hof, löschte die Familie Höfner aus, andere gingen auf einem Feld nieder und detonierten dort.

Einige Tage später wurden die Opfer auf dem Ehraner Friedhof in einer vom damaligen Deutschen Reich bezahlten Grabstätte mit vier großen Steinkreuzen beigesetzt - Fritz Höfner mit allen militärischen Ehren. Die Grabstelle gibt es immer noch - sie ist als Kriegsgrab geschützt und wird von der Gemeinde Ehra-Lessien gepflegt. Auch für den Wiederaufbau des Hauses kam das „Reich“ auf. Eine Sandsteintafel mit verwitterter Inschrift an der Giebelfront gegenüber der heutigen Tankstelle erinnert an das Geschehen. Und Winfried Rolke, der der Meinung ist, dass „wir so etwas heute nicht mehr brauchen“, genau so wenig wir Lynchjustiz.

jr

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