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Schnehage: Probleme in Afghanistan lassen sich nicht durch Bomben lösen

Bergfelderin kritisiert Staatengemeinschaft Schnehage: Probleme in Afghanistan lassen sich nicht durch Bomben lösen

Sybille Schnehage ist frustriert. Aber nicht vom Fortgang ihrer mittlerweile 30-jährigen Hilfsbemühungen in Afghanistan über den Verein Katachel - sondern wegen des aus ihrer Sicht völligen Versagens der Staatengemeinschaft am Hindukusch.

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Hilfe vor Ort statt Bomben auf Dörfer: Katachel-Vorsitzende Sybille Schnehage kritisiert das Vorgehen der Staatengemeinschaft in Afghanistan.

Bergfeld. Die vierte Schule in diesem Jahr, die 30. insgesamt, hat der Verein gerade begonnen. Im September wurde ein Nähkursus mit 36 Mädchen und Frauen beendet, Witwen bekamen Nothilfen. Trotz Terrors und Bombardements läuft die Hilfe weiter. Schnehages Einsatz ist unermüdlich, weil sie glaubt, „dass das Problem nur vor Ort zu lösen ist“. Und zwar indem man Arbeitsplätze schafft. Nicht indem man Dörfer bombardiere, in denen „zwei Taliban“ vermutet würden.

Abgesehen von Kollateralschäden wie der Tötung von Kindern, „bewirken diese Angriffe lediglich, dass die Hydra neue Köpfe ausbildet“, sagt Schnehage. Militäreinsätze sind teuer und bringen nichts, meint sie, Ursachenbekämpfung durch Bildung, Arbeit und Aufklärung seien das einzige Mittel gegen extremistischen Terror und gegen Flucht.

Die Bergfelderin Schnehage spricht sich nicht gegen die geplante Abschiebung von 12.500 Afghanen aus Deutschland aus: „Die meisten sind Wirtschaftsflüchtlinge, die seit langem im Iran leben.“ Abgesehen davon werde keine „wirkliche Integration“ stattfinden, weil man „kulturelle Prägung nicht wie einen Mantel ablegen kann“, so Schnehage.

Und deshalb organisiert sie weiter und weiter, um den Menschen vor Ort zu helfen und bittet, weil der Winter vor der Tür steht, um Geldspenden für warme Decken - insbesondere für die Bewohner eines jüngst bombardiertes Dorfes nördlich von Kundus.

Mehr Infos im Internet unter www.katachel.de.

jr

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