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Rühener als Erntehelfer in den Bergen Südtirols

Besondere Erfahrung für Ignaz Redler Rühener als Erntehelfer in den Bergen Südtirols

Erntehelfer im Pustertal: 16 Tage lang hat Ignaz Redler aus Rühen auf 1500 Metern Höhe bei einem Bergbauern in Südtirol Heu gemacht, Holz gehackt und auch mal einem Kalb auf die Welt geholfen. „Eine besondere Erfahrung“, sagt der 73-Jährige. „Kein Spaziergang, aber eine tolle Erfahrung.“

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Ungewöhnlicher Einsatz: Der Rühener Ignaz Redler (73) arbeitete zwei Wochen ehrenamtlich auf einem Bergbauernhof.
 

Quelle: privat

Rühen.  Redler hat schon mehrere Routen des Jakobswegs hinter sich (AZ berichtete). „Bei einer dieser Touren habe ich eine Frau kennen gelernt, die mir von der Bergbauernhilfe erzählt hat.“ Und weil er die Herausforderung liebt und neugierig war, „habe ich dort angerufen“. Er bekam die Steckbriefe von sechs Höfen, entschied sich für einen oberhalb von Meransen, telefonierte ein paarmal mit dem Jungbauern und kaufte sich ein Zugticket.

Als Erntehelfer in den Bergen Südtirols - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Untergebracht war Redler in einer ehemaligen Ferienwohnung unter dem Dach, in dem Haus lebte das alte Bauernpaar, er 86, sie 74, und der 58-jährige Sohn. Der kümmerte sich morgens und abends um die 16 Kühe, verdiente aber sein Geld an der Seilbahn. Um 6.30 Uhr begann für Redler der Tag, ab 8 Uhr machte er auf den steilen Wiesen Heu und sägte und spaltete das komplette Feuerholz für den nächsten Winter. „Das war harte körperliche Arbeit. Nach dem Abendessen habe ich gerade noch mal meine Frau angerufen, und dann bin ich eingeschlafen.“ Das Fernsehgerät habe er nicht ein einziges Mal angehabt.

„Das alte Ehepaar wurde mir immer sympathischer, da hat man dann auch mal einen Handschlag mehr als nötig gemacht“, berichtet Redler von einem reparierten Gartentörchen und dem Freischneiden der Solarpaneele. Als die Bäuerin ihn mitten am Tag in den Kuhstall rief, weil eine Kuh kalbte, hat Redler auch nicht gezögert: „Da denkt man nicht groß nach, sondern zieht einfach das Kalb raus.“

Sonntags hatte Redler frei und genoss die Bergwelt. „Sonst zogen die Urlauber immer über mir auf dem Weg vorbei, aber am Sonntag konnte ich selber auf die Berge.“

Das ist die Bergbauernhilfe

Die Bergbauernhilfe ist ein 1996 gegründeter Verein, getragen von Südtiroler Bauernbund, Caritas, Lebenshilfe Onlus und Südtiroler Jugendring. Ziel des Vereins ist es, hilfsbedürftige Bergbauern durch die Mitarbeit von freiwilligen Helfern zu unterstützen, um so den Fortbestand eines Bergbauernhofs zu sichern – wobei es grundsätzlich nie um finanzielle Unterstützung geht, sondern um aktive, ehrenamtliche Mitarbeit. Infos gibt es unter www.bergbauernhilfe.it.

Der ehrenamtliche Einsatz bedeutet, dass der Rühener Ignaz Redler seine Zugfahrkarte selber bezahlt hat. „In Brixen hat mich der Jungbauer vom Bahnhof abgeholt, und dann hat er mir als Erstes Gummistiefel und Arbeitshandschuhe gekauft.“ Für die geleistete Arbeit hat Redler keine Entlohnung erhalten, lediglich freie Kost und Logis.

Der überwiegende Teil der Helfer – fast drei Viertel – kommt aus Deutschland. Obwohl Südtirol politisch zu Italien gehört, sind gut 62 Prozent der 520.000 Bewohner der autonomen Provinz Bozen deutschsprachig. „Im Pustertal wird ausschließlich Deutsch gesprochen“, berichtet Redler.
 

Von Christina Rudert

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