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Ministerpräsident dankt Engagierten im Flüchtlingscamp

Lessien Ministerpräsident dankt Engagierten im Flüchtlingscamp

Lessien. „Ich sage Dank stellvertretend für 7,5 Millionen Niedersachsen“: Ministerpräsident Stephan Weil besuchte am Donnerstag für das Bündnis „Niedersachsen packt an“ das Flüchtlingscamp Lessien, um das enorme Engagement der 170 Ehrenamtlichen zu würdigen.

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Frühförderung: Aynur Karakas arbeitet als Sozialarbeiterin im Kindergartenbereich des Flüchtlingscamps. Sie schilderte Ministerpräsident Stephan Weil (3.v.r.) ihre Arbeit.

Quelle: Christina Rudert

„Ich bin stolz, Bürger dieses Landes zu sein, in dem viele bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen“, sagte Weil.

„Es ist sehr wertschätzend, dass Sie sich die Zeit dafür nehmen“, sagt Sandro Pietrantoni, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, und stellte fest: „Mir verursacht es immer noch Gänsehaut, wenn ich sehe, mit wie viel Empathie die Helfer den Flüchtlingen begegnen.“ Er verwies stellvertretend auf Ehra-Lessiens Bürgermeisterin Jenny Reissig, „die ganz am Anfang gesagt hat, hier entstehe ihr drittes Dorf“, und auf „den Geist, den ihr Verein über die Zäune hinaus trägt“.

Thomas Schweigler, Leiter der Notunterkunft, berichtete von der Bedeutung der Sprachförderung für Integration und dem Einsatz der Ehrenamtler beim Sprachunterricht. Er informierte über Projekte wie Skype-basierte Lernmodule und eine frühzeitige Orientierung für den Arbeitsmarkt.

„Hier ist etwas passiert, was ich von anderswo kenne“, stellte Weil fest: „Nach dem ersten Ansturm sind die Ehrenamtlichen trotzdem geblieben.“ Das sei wichtig, denn „bis jetzt ist erst der kleinere Teil der Aufgabe gelöst“. Jetzt gehe es um wirkliche Integration.

Klaus Allofs, sportlicher Geschäftsführer des VfL, betonte: „Ich bin stolz, dass der VfL Teil dieses Projektes hier ist.“ Er erinnerte an die Aktion, dass Julian Draxler und Diego Benaglio mit den Flüchtlingen Bänke gebaut und gestrichen hatten. „Wenn Fußballer mit den Händen arbeiten, ist das gefährlich“, lachte Aloffs, „ich bin stolz, dass die Bänke noch stehen.“ Die Profis seien sehr beeindruckt aus dem Camp gekommen. „Machen Sie weiter so“, sagte er und versicherte: „Unsere Unterstützung haben Sie.“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nahm sich bei seinem Besuch in der Notunterkunft auch die Zeit, einige Punkte der Einrichtung anzusehen. Zum Beispiel die Frühförderung.

„Sie funktioniert wie ein Kindergarten“, berichtete Aynur Karakas, die mit ihrem Team bis zu 50 Kinder betreut hat. „Zurzeit sind es nur fünf.“ Weil fragte nach: „Wie lange bleiben die Kinder?“ „Früher drei Monate, inzwischen sechs“, sagte Karakas. Pietrantoni nahm den Faden auf: „Hier besteht Infrastruktur, hier findet Integration statt, aber die Flüchtlinge müssen weg und landen in Turnhallen.“ Das Land verteilt die Bewohner der Notunterkünfte auf die Kommunen.

Hannelore und Volkhard Widdecke, pensionierte Lehrer, engagieren sich jetzt im Camp – Hannelore Widdecke im Grundschulbereich, ihr Mann in der Sprachförderung für Erwachsene. „Es ist ein Geben und Nehmen“, berichtete Hannelore Widdecke. So hätten einige Lernhelferinnen eigene Ängste und Sorgen gegenüber den Flüchtlingen abgebaut. „Sind die Flüchtlingskinder nach drei bis sechs Monaten hier dann an Regelschulen beschulbar?“, wollte der Ministerpräsident wissen. „Die Basis ist gelegt“, entgegnete Hannelore Widdecke.

Meike Mundstock, Aylin Albrecht, Sira Radünz und Anastasia Koukou gehören zu den VW-Auszubildenden, die auf freiwilliger Basis vier Wochen im Camp arbeiten. Sie sind begeistert: „Toll, dass VW uns das ermöglicht“, sagte Aylin Albrecht. Alle haben festgestellt, wie unkompliziert die Kontakte sind. „Wir reden mit Händen und Füßen, inzwischen haben wir auch ein paar Wörter Arabisch gelernt“, lachte Sira Radünz. „Und ich konnte dolmetschen“, freute sich Anastasia Koukou, die Griechisch spricht.

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