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Kundus: „So schlimm war es noch nie“

Bergfeld/Kundus Kundus: „So schlimm war es noch nie“

Bergfeld/Kundus. „Die Lage ist sehr schwierig. So schlimm war es noch nie“, betont Sybille Schnehage beim Telefongespräch mit der AZ am Montag aus der afghanischen Provinz-Hauptstadt, wo sie sich seit einer Woche wieder für ihre Hilfsorganisation Katachel e.V. aufhält.

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Schwieriger Hilfseinsatz: Taliban attackieren die afghanische Stadt Kundus, in der sich gerade die Bergfelderin Sybille Schnehage im Rahmen ihrer Tätigkeit für die Hilfsorganisation Katachel e.V. aufhält.

Quelle: Ghulamullah Habibi

Während die Bergfelderin von Gefechten, Schießereien und Explosionen rund um die Uhr berichtet, hört man im Hintergrund Hubschrauberlärm und Artilleriefeuer. Die Taliban hätten das Krankenhaus und die Hauptstraße eingenommen: „Ich bin bald wieder weg, aber die Bevölkerung ist zutiefst frustriert und zermürbt.“

Geschäfte und Schulen sind geschlossen. Wer Geld habe, flüchte ins Ausland: „Wer keins hat, schließt sich den Taliban an. Die Taliban, das sind Räuberbanden, die sich aus jungen Männern ohne Arbeit und Zukunftsperspektive rekrutieren.“

Im Zuge der Flüchtlingsbewegung seien auch aus Kundus bereits 10.000 Menschen auf dem Weg nach Europa „oder schon in Deutschland“, so Schnehage. Aber das sei keine Lösung: „Wir können nicht 36 Millionen Afghanen aufnehmen - es braucht massive Hilfe vor Ort. Zuerst muss die Bundeswehr wieder kommen und dann müssen neue Arbeitsplätze geschaffen werden“, so die 65-Jährige, die seit 20 Jahren regelmäßig in das Land am Hindukusch reist, um zu helfen.

Auch bei ihrem jetzigen Besuch, will sie eine Schule einweihen, mittlerweile die 26, das Nähprojekt für Witwen voran treiben und den Bau einer Ölfabrik vorbereiten - Bildung und Arbeitsplätze. Ob es möglich sein wird, ist offen: „Ich hoffe, dass sich die Lage beruhigt. Aber im Moment kann ich das Haus nicht verlassen“, so Schnehage. Auch eine Evakuierung der Stadt in den nächsten Tagen sei nicht ausgeschlossen.

 jr

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