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Brome Parsau und Rühen warten jetzt aufs Land
Gifhorn Brome Parsau und Rühen warten jetzt aufs Land
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20:00 04.01.2019
Eichenprozessionsspinner: Die Gemeinden Rühen und Parsau wollen eine flächendeckende Bekämpfung. Quelle: Christina Rudert (Archiv)
Samtgemeinde Brome

„Derzeit laufen beim Landkreis unter Einbeziehung aller Vorstandsbereiche umfangreiche Planungen und Abstimmungen für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners“, erklärt Landrat Dr. Andreas Ebel auf AZ/WAZ-Anfrage. Was noch fehle, seien konkrete Zusagen des Landes für eine Beteiligung an „Organisation und Durchführung der Maßnahmen“.

„Sie wollen die Gelder nicht freigeben“, sagt Rühens Bürgermeister Karl Urban. Jenseits der Landesgrenze, im sachsen-anhaltinischen Teil des Drömlings stünden dagegen bereits zwei Millionen Euro für die Spinner-Bekämpfung zur Verfügung. Niedersachsen sträube sich noch. „Die Ausschreibungen für die Maßnahmen laufen. Aber die Gemeinden können das finanziell nicht allein wuppen“, sagt auch Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil. Geplant ist laut Urban, am 28. Januar in Parsau erneut eine Bürger-Info zum Stand der Dinge zu veranstalten: „Und bis dahin werden wir noch einige Hebel in Bewegung setzen.“

Bekämpfung aus der Luft: Ein Einsatz von Hubschraubern ist geplant. Quelle: dpa

Die Gemeinden Rühen und Parsau würden jedoch in jedem Fall Maßnahmen ergreifen und sich schlimmstenfalls anschließend „das Geld dafür wieder holen“. Urban rechnet mit mindestens 20.000 Euro Kosten pro Gemeinde in diesem Jahr. Rund um die Orte soll gespritzt werden – per Hand oder mit dem Hubschrauber: „Danach wird abgesaugt“, kündigt Urban an.

Das mache jedoch alles keinen Sinn, wenn in den „Kerngebieten“ im Drömling nichts gegen den Eichenprozessionsspinner unternommen werde: „Naturschutz ja, aber es geht um die Gesundheit der Menschen, die hier leben.“ Man könne das Insekt nicht „ausrotten, aber sein Vorkommen reduzieren“.

„Mein vorrangiges Ziel ist es, für die Gemeinden eine flächendeckende Bekämpfung zum Schutz der Gesundheit der Bürger zu koordinieren“, erklärt auch der Landrat und verweist auf Ende Januar.

Forstamt will Eichenprozessionsspinner mit Hubschrauber bekämpfen

„Die Siedlungsbereiche und der Drömling sind zwei Paar Schuhe“, sagt Andreas Baderschneider, Leiter des zuständigen Forstamts Wolfenbüttel, zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Das Umweltministerium behandle bei Maßnahmen-Genehmigungen erstere nach Biozidrecht, den Wald aber nach Pflanzenschutzrecht, was Einschränkungen mit sich bringe. Aber:„Wir werden in den Kerngebieten mit Hubschraubern sprühen, um den Wald zu erhalten.“ Art und Umfang der Bekämpfung sei vom Umweltministerium des Landes, der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis und der Forstwirtschaftlichen Versuchsanstalt noch festzulegen.

Zeitlich sei noch alles im grünen Bereich, die Spinnerbekämpfung aus der Luft müsse Ende April, Anfang Mai erfolgen, wenn sich die Tiere im zweiten Larvenstadium befänden. In einer Stellungnahme des Umweltbundesamts zur Bekämpfung aus 2015 heißt es: „Chemische oder biologische Bekämpfungsmaßnahmen in Waldgebieten, fernab von Siedlungen, zum Zwecke des Gesundheitsschutzes sind nach Ansicht des Umweltbundesamtes (jedoch) nicht angemessen.“ Wie Dr. Andreas Ebel, Karl Urban und Kerstin Keil bei den Kosten hofft Baderschneider für die Eichen im Drömling auf ein Einlenken.

Von Jörg Rohlfs

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