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Netzwerke knüpfen für die Seniorenarbeit

Weyhausen Netzwerke knüpfen für die Seniorenarbeit

Weyhausen. Weyhausen und Osloß zählen kreisweit zu den Kommunen mit den ältesten Einwohnern. Um den Herausforderungen des Demographischen Wandels zu begegnen, wollen Politik, Kirche, Vereine und Sozialverbände deshalb Netzwerke knüpfen.

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Besser vernetzen: Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirchen, Vereinen und Sozialverbänden wollen sich in der Seniorenarbeit des Boldecker Landes gemeinsam engagieren.

Quelle: Ron Niebuhr

Der demographische Wandel macht auch vor der Samtgemeinde Boldecker Land nicht Halt. Ein erster Workshop zur Seniorenarbeit fand am Mittwochabend im Rathaus statt.

Der Workshop brachte Vertreter aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Kirchen und Sozialverbänden an einen Tisch. Das Ziel war, ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen, Ideen auszutauschen - kurz: sich zu vernetzen.

Torsten Haf, Sozialplaner beim Landkreis Gifhorn, erklärte, wie hoch der Anteil der über 60- und 80-jährigen in der Samtgemeinde ist: Bokensdorf (19,7 und 2,6 Prozent) und Jembke (19,8 und 3,3 Prozent) sind vergleichsweise jung, Tappenbeck (21 und 3,9 Prozent) und Barwedel (26,3 und 3,7 Prozent) liegen im Mittelfeld, Osloß (27,8 und 4,3 Prozent) sowie Weyhausen (30 und 5,8 Prozent) sind ziemlich alt.

„Individuell gesehen ist es schön, alt zu werden. Gesamtgesellschaftlich bringt es Herausforderungen mit sich“, sagte Haf. Als problematisch erweisen sich die konzentrierten Versorgungsangebote, die mangelnde Zusammenarbeit der Kommunen und die steigende Zahl von Hilfsbedürftigen. Diesen Aufgaben müsse man mit moderner Seniorenarbeit begegnen, sagte Haf.

Dabei sei zu berücksichtigen, dass künftige Senioren andere Bedürfnisse haben: „Wer heute jung ist und allein lebt, sucht nicht plötzlich Gesellschaft, nur weil er alt ist“, nannte Haf als Beispiel. Man sollte wohnortnahe Angebote gestalten. Und zwar mit den Senioren, nicht bloß für sie. Man sollte offen sein für neue Ideen und nicht zuletzt lebendige Nachbarschaften fördern.

„Wer selbst aktiv wird, bleibt fit“

Politk, Verwaltung, Vereine, Kirchen und Sozialverbände wollen im Boldecker Land in der Seniorenarbeit an einem Strang ziehen. Das machten die Teilnehmer im Workshop deutlich: „Es hilft nichts, die Gedanken ans Altern zu verdrängen“, sagte Joachim Dürheide. Der SPD-Kreistagsabgeordnete hofft, dass man gemeinsam etwas für die Senioren bewirken kann. Der Bedarf zeichne sich deutlich ab: „Wir haben immer mehr Kunden“, so Elke Vollmer von der DRK-Sozialstation Grußendorf. DRK-Kreisvorstand Sandro Pietrantoni empfahl, im Landkreis Strukturen zu schaffen, die einer Landflucht im Alter vorbeugen. Denn eigentlich lebe man sehr gut in den Dörfern, sagte er. Die Bürgermeister von Osloß und Weyhausen, Jens Dürkop und Gaby Klose, wiesen auf neue Baugebiete hin, in denen Mehrgenerationen- und Seniorenwohnanlagen vorgesehen sind. Claus-Dieter Walther, Pastor in Weyhausen, und Aurelio Massei, Vorsitzender des DRK Boldecker Land, haben viele Ideen für Seniorenangebote. „Aber uns fehlen ehrenamtliche Helfer, um sie zu verwirklichen.“

Helmut Buchfelder vom Osloßer Dorfgemeinschaftsförderverein regte an, dass sich auch Senioren engagieren sollten: „Geistig und körperlich fit bleibt man, wenn man sich nicht nur bespaßen lässt, sondern selbst aktiv wird.“ Samtgemeindebürgermeisterin Anja Meier sagte, Angebote zur Seniorenbetreuung sollten in den Gemeinden so selbstverständlich sein wie Kitas und Schulen.

rn

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