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Handarbeit: Die Natur gibt Form des Bogens vor

Barwedel Handarbeit: Die Natur gibt Form des Bogens vor

Barwedel. Meike Butzer übt ein uraltes Handwerk aus: sie baut Bogen.

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Handarbeit: Die Form des Bogens bestimmt der Wuchs des Baums, herausgearbeitet wird sie behutsam mit Zieheisen und Klingen.

Quelle: Jörg Rohlfs

„Holz ist ein herrlicher Werkstoff“, sagt Meike Butzer. Sie muss es wissen, hat sie doch schon 100 Bogenbau-Kurse in ihrer ans Wohnhaus angebauten Werkstatt gegeben, in dem auch ein alter holzbefeuerter Bäckereiofen steht, in dem am Ende eines Kurstages Pizza gebacken wird für die Teilnehmer.

Manchmal ertappt sich Butzer dabei, wie sie Brennholz für den Ofen wieder beiseite legt, statt es den Flammen zu übergeben - dann hat sie schon eine Vorstellung, was aus dem Scheit Schönes werden kann. Genau so ist’s beim Bogenbau, wo ausschließlich jahrelang abgelagertes, hartes und langfaseriges Holz von Esche, Ulme oder Robinie - manchmal auch Wachholder - Verwendung findet: „Man muss mit der Natur arbeiten, sonst bricht der Bogen später.“

Die Form gibt die Natur, der Wuchs des Baums vor: „Man sucht sich einen durchgehenden Jahresring aus und arbeitet ihn heraus“, sagt Meike Butzer. Man muss sehr exakt arbeiten, Elektrowerkzeuge kommen dabei nicht zum Einsatz, sondern Zieheisen und Klingen. Und kein Bogen ist wie der andere: „Schon weil der Bogen von der Größe her zum Schützen passen muss, sonst verkrampft er“, weiß die Mutter zweier Kinder, die von ihr anscheinend einiges mitbekommen haben: Tochter Anna-Mareike ist Holzbildhauerin und angehende Zimmerin, Sohn Jonathan ein Büchsenmachermeister, der für Mama einen patentierten Bogen-Schnellverschluss entwickelt hat.

Bei den Bogenbau-Kursen, die über ein Wochenende gehen, von mehr Männern als von Frauen gebucht werden und aus langen, arbeitsreichen Tagen bestehen, „geht keiner mit einem unfertigen oder kaputten Bogen nachhause“. Im Zweifelsfall arbeitet Meike Butzer am herrlichen Werkstoff noch etwas nach.

jr

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