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Boldecker Land Drohendes Aus der Arzt-Praxis: So kämpft Osloß
Gifhorn Boldecker Land Drohendes Aus der Arzt-Praxis: So kämpft Osloß
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06:00 19.11.2018
Demo in Osloß: Die SPD-Ortsabteilung Osloß hatte zu einer Unterschriften-Aktion zum Erhalt der Arzt-Praxis eingeladen. Quelle: Alexander Täger
Osloß

Seit 25 Jahren ist Martin Frosch in seiner allgemeinmedizinischen Praxis in Osloß aktiv. Nun hat der 67-jährige eine Nachfolgerin gefunden. Diese möchte er vor Ort ausbilden – was er nach derzeitigem Stand nicht darf. Der SPD-Ortsverein rief unter dem Titel „Unsere Praxis muss bestehen bleiben“ zu einer Unterschriften-Aktion auf. Zahlreiche Interessierte versammelten sich dazu am Samstag vor der Praxis. Axel Passeier, Bürgermeister und SPD-Ortsvereinsmitglied, begrüßte die Anwesenden. Ziel sei es, „dass die Politik es schafft, die Bedingungen so zu regeln, dass es Nachfolger für diese Praxis gibt“.

„Ich habe eine Kollegin, die in dieser Praxis weitermachen möchte“, erklärte Frosch. Voraussetzung dafür sei, dass die Ärztin eine etwa zweijährige Weiterbildung zur Allgemeinärztin absolviere. „Möglichst hier in der Praxis.“

Das Problem: Frosch habe von der Ärztekammer keine Weiterbildungs-Berechtigung erhalten, da er keine entsprechende Facharzt-Weiterbildung hat. Als er sich in Osloß als Praktischer Arzt niedergelassen habe, sei dies noch nicht nötig gewesen , so Frosch. „Damals gab es auch keine Einschränkungen für die Niederlassung.“ Inzwischen sei dies nur noch mit der entsprechenden Weiterbildung möglich.

Jetzt soll die „politische Schiene“ helfen

Um seine Nachfolgerin ausbilden zu können, hat er sich schriftlich an die Ärztekammer gewandt, um die Berechtigung zu erhalten. Auch mit einem Anwalt hat er gesprochen, doch der Klageweg dauert zu lang. Daher der Versuch, mittels der Unterschriftenaktion „über die politische Schiene“ zu erreichen, von der Ärztekammer eine Weiterbildungsermächtigung zu erhalten.

Starten könnte die Weiterbildung schon im nächsten Jahr. „Optimal“ wäre vor Ort in Osloß, „suboptimal“ in einer anderen Praxis – „wenn es gar nicht anders geht“. Es gehe um einen Zeitraum von zweieinhalb bis drei Jahren. Wenn nichts dazwischen komme, bleibe er bis dahin noch aktiv, sagte Frosch.

Noch eine Infoveranstaltung zur ärztlichen Versorgung

Eine Veranstaltung mit dem Titel „Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“ am findet am Dienstag, 20. November, 19 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus in Osloß statt. Dort werden ebenfalls Unterschriften gesammelt.

Von Alexander Täger

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