So strahlt ein erfolgreicher Titelverteidiger: Eddy Gutknecht (hier mit Trainer Ulli Wegner) bleibt Europameister.
„Mr. Steel Power“ Uzelkov war angekündigt als der härteste Gegner, den Gutknecht je hatte. Und der fackelte nicht lange, um das mit Schlägen zu untermalen. Der Herausforderer zog immer wieder mit seiner knallharten Rechten zum Kopf des Champions. Das einzige Problem: Mit hohem Tempo, „im Ring beweglich wie eine Feder“, wie Eddys Coach Ulli Wegner lobte, ließ sich der Westerbecker nie stellen, die Deckung stand sicher. Und das auch, als Uzelkov anfing, variabler zu kämpfen und öfter den Jab brachte.
Gutknecht fand seinerseits schnell in den Kampf, setzte mit feinen Kombinationen Nadelstiche und baute seine Führung Runde für Runde aus. Im vierten Abschnitt stellte er den Ukrainer erstmals in der Ecke, in Runde neun taumelte dieser kurz. Um in K.o.-Gefahr zu geraten, war der Herausforderer aber zu clever.
Doch mit angezogener Handbremse brachte Eddy den Sieg, der ihn zu seinem zweiten WM-Kampf führen soll, ins Ziel. Gutknecht sagte: „Das war mein leichtester Zwölf-Runden-Kampf.“ Aber auch nur, weil er seine vielleicht taktisch klügste Leistung gebracht hat.
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An dem einstimmigen Punktsieg für den Westerbecker Eduard Gutkencht gab’s nichts zu rütteln. Die AZ/WAZ fasst die Höhepunkte der zwölf Runden bei Eddys EM-Titelverteidigung gegen Vjatscheslav Uzelkov zusammen.
1. Runde:
Der Ukrainer macht zu Beginn mehr, vor allem die demonstriert er die Schlagstärke seiner Rechten. Zum Ende hin kommt Gutknecht auf, landet einige Körpertreffer.
2. Runde:
Eddy ist voll drin, Kombinationen mit zwei oder drei Händen finden ihr Ziel. Uzelkov? Fast nur Deckungstreffer.
3. Runde:
Die Nase des Westerbeckers blutet. Doch das stört ihn kaum. Uzelkov bereitet seine Schläge jetzt besser vor, aber Eddys Jab trifft ihn trotzdem.
4. Runde:
Der Herausforderer erstmals in die Ringecke gedrängt. Doch er befreit sich, der Champ führt aber.
5. Runde:
Zweimal kommt die Rechte zu Uzelkovs Kopf durch. Der versucht, Eddy in die Ecke zu treiben. Nichts da! Gutknecht ist zu schnell.
6. Runde:
Beeindruckt wirkt der Ukrainer, der die ganze Zeit mehr schlägt, von Gutknechts Treffern nicht – aber die kommen weiter.
7. Runde:
Das linke Auge des Europameisters schwillt an, Uzelkov kontert zudem stark, die Runde geht an ihn.
8. Runde:
Starker rechter Haken von Gutknecht. Jetzt will er ihn stellen, der Ukrainer windet sich geschickt.
9. Runde:
Kurz taumelt Uzelkov! Der 29-Jährige will nachsetzen, doch Uzelkov ist schnell wieder da.
10. Runde:
Starke Kombinationen zu Körper und Kopf, gleich dreimal hat Gutknecht den Kontrahenten in den Seilen – „Mr. Steel Power“ weiter mit einem Kopf aus Stahl.
11. Runde:
Gewohntes Bild: Der 31-Jährige nicht präzise genug für Eddy, der weiter nachsetzen will, aber dafür ist der Gegner zu geschickt.
12. Runde:
Fängt sich Gutknechts nichts mehr, hat er den Sieg sicher. Doch der Ukrainer prescht nach vorn. Gutknecht in der Defensive. Bis 30 Sekunden vor Schluss, dann ist er wieder voll da. Es brennt nichts an. Titel verteidigt. Er sagt später: „Ich konnte mir nie sicher sein. Ich wusste, ich muss sicher durchboxen.“ Das tat er – in zwölf taktisch ganz klugen Runden.
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