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Zembski: „Die Eintracht kann wieder ganz oben mitspielen“

Eintracht Braunschwieg Zembski: „Die Eintracht kann wieder ganz oben mitspielen“

Fünf Jahre lang schnürte er in der Bundesliga die Fußball-Schuhe für die Eintracht – und er war 1976 dabei, als es einen von erst zwei Braunschweiger Siegen bei Fortuna Düsseldorf gab: Dieter Zembski. Der mittlerweile 67-Jährige absolvierte insgesamt 143 Partien für Blau-Gelb, inzwischen lebt er wieder in seiner Heimat in Bremen. Vor dem Zweitliga-Start seines Ex-Klubs heute (20.30 Uhr) am Rhein sprach der einstige Abwehrkämpfer mit AZ/WAZ-Sportjournalist Timo Keller über Erinnerungen und Erwartungen.

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Fast 40 Jahre her: Von 1975 bis 1980 spielte der gebürtige Bremer Dieter Zembski (r.) in Braunschweig - der Bart ist bis heute geblieben.

Quelle: imago sportfotodienst

AZ/WAZ: Herr Zembski, wie intensiv verfolgen Sie den Weg der Eintracht noch?
Zembski : So gut es geht aus der Ferne. Ich schaue mir nicht jedes Spiel an, aber die Saison in der 1. Liga habe ich sehr intensiv verfolgt. Der Verein liegt mir noch sehr am Herzen. Ich hatte eine tolle Zeit in Braunschweig, und ich mag die Menschen dort.

AZ/WAZ: Wie weh hat Ihnen der sofortige Wiederabstieg aus der 1. Liga getan?
Zembski : Man muss da sachlich herangehen. Ehrgeiz, Wille, Kampfkraft - das war alles sensationell und faszinierend. Nur die Qualität hat nicht gereicht, das hat man auch im letzten Saisonspiel bei Hoffenheim gesehen. Aber es war super, wie damit umgegangen wurde. So eine positive Stimmung habe ich nach einem Abstieg noch nie erlebt, alle waren doch voll des Lobes über die Eintracht.

AZ/WAZ : Wird der Klub in der 2. Liga von der einen Saison in der Bundesliga profitieren?
Zembski : Das eine Jahr war sehr fruchtbar für die Spieler, sie haben viel gelernt und einen Riesenschritt gemacht. Das kann man mit Geld nicht aufwiegen. Es gibt nur eine Sache, die mich etwas stört.

AZ/WAZ: Und die wäre?
Zembski: Ich habe darüber auch mit meinem alten Mitspieler Bernd Gersdorff gesprochen. Der Wohlfühl-Faktor ist mir ein bisschen zu groß, so nach dem Motto: Na gut, dann hat es eben nicht geklappt, ist abgehakt. Aber als Profi darf man sich damit doch nicht zufriedengeben! Ich war früher immer todsauer, wenn irgendwas nicht geklappt hat.

AZ/WAZ: Was trauen Sie der Eintracht jetzt zu?
Zembski : Ich glaube, dass sie oben mitspielen kann. Allerdings: In der 2. Liga wird mit einem härteren Besen gekehrt. Es ist nicht so einfach, gleich den Wiederaufstieg zu schaffen. Da braucht man auch Glück.

AZ/WAZ: Ist die Aufregung vor dem ersten Spiel einer neuen Saison eigentlich größer als vor anderen Partien?
Zembski : Auf jeden Fall! Alles, was davor passiert, die ganzen Vorbereitungsspiele, das ist nur Geplänkel. Wenn es richtig losgeht, ist eine besondere Spannung da. Und nach 90 Minuten weiß man dann, ob man in der Vorbereitung alles richtig gemacht hat - oder eben nicht.

AZ/WAZ: Welche Erinnerungen haben Sie noch an den Sieg 1976 in Düsseldorf?
Zembski : Das war immer ein heißes Pflaster dort. Aber das ist jetzt schon fast 40 Jahre her. Soll ich Ihnen stattdessen eine andere Anekdote erzählen?

AZ/WAZ: Aber gern!
Zembski : Unter Branko Zebec haben wir mal in Düsseldorf gespielt. Zebec war der großartigste Trainer, den ich je hatte. Aber er hatte vor dem Anpfiff schon rechts und links einen Schluck mitgenommen. Während des Spiels hat er an der Seitenlinie immer ganz merkwürdige Gesten gemacht. Und nach der Partie hat er in der Pressekonferenz erzählt, wie zufrieden er mit uns und dem Sieg ist. Dabei hatten wir in letzter Minute noch das 3:3 bekommen. Das hatte Zebec gar nicht mehr mitgekriegt.

AZ/WAZ: Wie haben Sie und Ihre Mitspieler darauf reagiert?
Zembski : Wir kannten ihn ja, und er war wirklich ein großer Trainer. Wir haben die Sache mit Humor genommen.

AZ/WAZ : Heute muss die Eintracht wieder nach Düsseldorf. Was tippen Sie?
Zembski : Ich setze auf Sieg - egal, wie hoch. Denn ein gutes Pferd springt ja bekanntlich nur so hoch, wie es muss.

tik

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