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Jetzt spricht der Kapitän: „Uns fehlt die Konstanz“

AZ/WAZ-Interview Jetzt spricht der Kapitän: „Uns fehlt die Konstanz“

Jetzt spricht der Kapitän! Am Samstag (15.30 Uhr) bestreitet die Eintracht ihr letztes Spiel in diesem Jahr, erwartet in der Fußball-Bundesliga erstmals 1899 Hoffenheim. Vor dem Duell nahm sich Dennis Kruppke Zeit für AZ/WAZ-Sportjournalist Timo Keller - und bezog Stellung zu den kritischen Themen rund um die Blau-Gelben.

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Quelle: imago 13945862

AZ/WAZ: Ist das gerade eine der schwierigsten Phasen in Ihrer Karriere?

Kruppke: Ich war 2008 auch schon dabei, als wir die Quali für die 3. Liga schaffen mussten. Das war auch keine einfache Situation. Jetzt sind die Vorzeichen zwar etwas anders. Aber ja, es ist seitdem sicher die schwierigste Phase.

AZ/WAZ: Hat sich die Mannschaft inzwischen von der Pleite am Samstag in Augsburg erholt?

Kruppke: Es ist schwierig, denn die Niederlage war schon heftig. Wir sind eigentlich gut reingekommen, aber dann hatten wir eine Phase, in der wir komplett neben der Kappe standen. In der zweiten Halbzeit hat man dann zwar gesehen, dass wir wollten. Aber wir können es nicht mehr hören, dass gute Ansätze da waren, dass es okay war. Sondern wir wollen langsam Ergebnisse sehen.

AZ/WAZ: Es ist ungewöhnlich, dass die Mannschaft so in sich zusammenfällt wie in der ersten Hälfte in Augsburg. Wie kann man das erklären?

Kruppke: Das ist schwer zu erklären, auch weil wir so etwas in dieser Form noch nie hatten. Aber wir haben jetzt noch eine Partie vor der Winterpause, da wollen wir uns anders verkaufen.

AZ/WAZ: Was stimmt Sie optimistisch, dass das klappt?

Kruppke: Weil alle mit Leidenschaft und Herz bei der Sache sind. Wir wollen diese Partie nicht auf sich beruhen lassen, wollen eine Reaktion zeigen, wollen beweisen, dass wir es können.

AZ/WAZ: In Augsburg gab‘s erstmals etwas Unmut von den Fans. Haben Sie Verständnis dafür, dass die Geduld beim einen oder anderen jetzt aufgebraucht ist?

Kruppke: Auch wenn man nach dem Aufstieg damit rechnen musste, dass man nicht so viele Spiele gewinnt wie in der 2. Liga, ist der Frust natürlich verständlich. Die Fans kommen Woche für Woche ins Stadion, reisen hunderte Kilometer mit uns mit. Natürlich ist dann irgendwann Frust da, das ist bei uns genauso. Man muss dabei ein gesundes Maß finden. Wir wissen, wo wir herkommen und dass es jetzt keine einfache Situation ist.

AZ/WAZ: Wie geht die Mannschaft damit um, dass ihr inzwischen von allen Seiten die nötige Qualität für die Bundesliga abgesprochen wird?

Kruppke: Das war ja schon von Anfang an so. Aber wir haben in vielen Spielen angedeutet, dass wir das Potenzial haben, um zu gewinnen. Im Moment fehlt jedoch die Konstanz dafür. Wir haben ein Team, das bereits lange zusammen ist, viele Spieler sind seit Drittliga-Zeiten dabei. Es ist auch ein Lernprozess, den wir durchmachen. Wir wollen uns weiter verbessern. In vielen Situationen waren wir schon auf Augenhöhe, nur die Ergebnisse haben nicht gestimmt.

AZ/WAZ: Vor allem mit dem Toreschießen haben Sie zurzeit große Probleme...

Kruppke: Es ist immer schwierig, wenn das Selbstvertrauen nicht da ist. Das ist der große Unterschied zu den vergangenen Jahren. Wir mussten in den meisten Spielen nicht groß nachdenken, es lief einfach. Jetzt fehlt das Selbstvertrauen, und man macht sich viele Gedanken. Das müssen wir wieder aus den Köpfen bekommen, wir müssen uns freimachen von den Ergebnissen.

AZ/WAZ: Stimmt denn der Zusammenhalt innerhalb des Teams?

Kruppke: (schmunzelnd) Es ist nicht so, dass wir uns die Augen auskratzen. Nein, wir sind uns einig, wir wissen, was wir wollen. Sicherlich ist der Kopf im Moment etwas schwerer, aber wir haben noch ein Spiel vor der Winterpause, das wollen wir gewinnen und Wiedergutmachung leisten. Danach können wir erst einmal durchatmen, haben Zeit für die Familie und können in der Vorbereitung nochmal durchstarten.

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