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In Stuttgart weltmeisterlich ausgebremst

Eintracht Braunschweig In Stuttgart weltmeisterlich ausgebremst

Stuttgart. Da musste schon ein Weltmeister kommen, um Fußball-Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig die erste Saisonniederlage beizubringen. Kevin Großkreutz ließ den VfB Stuttgart jubeln. Er erzielte in der 64. Minute das vorentscheidende 2:0 für die Schwaben. Das war gestern auch der Endstand vor 37 000 Zuschauern in der Benz-Arena.

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Braunschweigs Saulo Decarli (rechts) und Ken Reichel schleichen nach dem ersten Dämpfer der Saison für die Eintracht vom Platz. Die Stuttgarter (kleines Bild) feiern den Torschützen zum 2:0 (rechts).

Quelle: dpa (2)

Bei der WM in Brasilien war der Ex-Dortmunder mehr durch eine peinliche Pinkelaffäre als durch fußballerische Auftritte aufgefallen. Aber gestern zeigte der eher als robuster Arbeiter bekannte Großkreutz, dass er auch Gefühl im Fuß hat. Gekonnt schlenzte er den Ball von der Strafraumkante ins Eck – und das in einer Phase, als der Tabellenführer aus Braunschweig drauf und dran war, den Ausgleich zu erzielen.

Denn nach der frühen Führung durch Innenverteidiger Toni Sunjic, der nach einer Ecke von Alexandru Maxim per Kopf erfolgreich war (19.), drängten die Gäste vehement auf das 1:1, aber Toptorjäger Domi Kumbela (44. und 45.) und Onel Hernandez (54.) verfehlten das VfB-Tor jeweils knapp.

Für Phil Ofosu-Ayeh, Patrick Schönfeld, Salim Khelifi und Christoffer Nyman rückten Joseph Baffo, Mirko Boland, Jan Hochscheidt und Onel Hernandez ins Team, der gegen Sandhausen das 2:0 erzielt hatte. Zudem stellte Lieberknecht auf ein 5-3-2-System um. Es dauerte rund 20 Minuten, ehe sich die neue Formation gefunden hatte.

Abgesehen von der Rotation war irgendwie klar, dass die Braunschweiger Serie mit fünf Siegen aus fünf Spielen einmal reißen musste.

„In der ersten Halbzeit hatte Stuttgart klar mehr Ballbesitz. Aber sie hatten nicht viele Chancen. Wir hatten einige Chancen durch mich, aber es hat nicht geklappt“, sagte Eintracht-Stürmer Domi Kumbela. „Wir haben einen guten Saisonstart hingelegt. Fünf Spiele, fünf Siege. Es ist jedem Fußballer klar, dass du irgendwann mal eine Niederlage kassieren wirst. Jetzt müssen wir zeigen, wie wir damit umgehen.“

Kevin Großkreutz hatten die Braunschweiger dabei wohl nicht auf dem Zettel. Doch es spricht für die Stuttgarter Qualität, dass sie mal eben einen Weltmeister einwechseln können. Großkreutz kam erst in der 60. Minute für Berkay Özcan ins Spiel. Vier Minuten später traf er zum 2:0.

In der zweiten Hälfte zeigten allerdings auch die Braunschweiger, dass sie nicht zufällig ganz oben stehen. Für Verteidiger Gustav Valsvik kam Stürmer Nyman. Eintracht spielte nun im gewohnten 4-4-2. Das Spiel lief nun nur noch in Richtung VfB-Tor. Pech für Blau-Gelb, dass ein Distanzschuss von Hernandez nur knapp über das Tor zischte (54.). Da wäre VfB-Keeper Mitchell Langerak nicht mehr herangekommen. Die nächste Chance hatte kurz darauf Nyman, der das Gehäuse nach Vorarbeit von Quirin Moll und Kumbela nur knapp verfehlte.

Doch mitten in dieser vielversprechenden Drangphase der Einträchtler schlugen die Gastgeber eiskalt zu – durch Kevin Großkreutz. Die Lieberknecht-Elf brauchte eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen, war aber noch nicht geschlagen. Wie in der ersten Hälfte war es erneut Kumbela, der in der Schlussphase zweimal brandgefährlich vor Langerak auftauchte. Der VfB-Schlussmann klärte beide Male mit einem Abwehrreflex.

Dann war Braunschweigs erste Saisonniederlage perfekt. Topfavorit Stuttgart hat nun zwölf Punkte, Eintracht bleibt mit 15 Zählern vorn. Trotz der Niederlage ist mit diesen Blau-Gelben weiter zu rechnen.

Eintracht Braunschweig: Fejzic – Baffo, Decarli, Valsvik (46. Nyman) – Moll (77. Biada) – Hochscheidt, Omladic, Boland, K. Reichel – Kumbela, Hernández (77. Zuck).

von Thorsten Berner

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