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„Ich will Gas geben, angreifen, mich zeigen“

AZ/WAZ-Interview „Ich will Gas geben, angreifen, mich zeigen“

Eintrachts Coach Torsten Lieberknecht ist bekannt dafür, dass er gern mal Spieler in die Startelf beordert, mit denen viele nicht gerechnet hatten. Im Eröffnungsspiel der 2. Fußball-Bundesliga am Freitag in Düsseldorf (2:2) traf das sicher auf Raffael Korte zu. Doch der 23-Jährige hatte den Trainer in der Vorbereitung überzeugt – und bereitete prompt das 1:1 durch Ken Reichel vor. Was sich der Zwillingsbruder von Braunschweigs Stürmer Gianluca für das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Heidenheim und für die Saison vorgenommen hat, verriet er im Gespräch mit AZ/WAZ-Sportjournalist Timo Keller.

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Gegen Düsseldorf gleich in der Startelf: Eintracht-Rückkehrer Raffael Korte (l.).

Quelle: Imago 17118966

AZ/WAZ: Mit ein paar Tagen Abstand - wie bewerten Sie das Spiel in Düsseldorf?

Korte: Vom Ergebnis her können wir zufrieden sein, wir haben zweimal einen Rückstand aufgeholt. Und die Art und Weise, wie wir vor allem in der zweiten Halbzeit gespielt haben, hat gezeigt, dass wir den Punkt auch verdient hatten.

AZ/WAZ: Wann haben Sie erfahren, dass Sie von Anfang an spielen werden?

Korte: Das war in der Teamsitzung, ungefähr zwei Stunden vor dem Anpfiff.

AZ/WAZ: Und waren Sie zufrieden mit Ihrer Leistung?

Korte: Die erste Halbzeit war noch von allen etwas verhalten. Wir haben dann in der Pause darüber gesprochen, dass wir mehr Zugriff aufs Spiel kriegen müssen. Mit der zweiten Hälfte konnten wir dann alle sehr zufrieden sein, da hatten wir den Gegner voll im Griff.

AZ/WAZ: Sie waren in der Vorsaison an Drittligist Saarbrücken ausgeliehen. Wie hat Sie diese Leihe vorangebracht?

Korte: Sportlich und aus Sicht des Vereins kann man nicht zufrieden sein, wenn man absteigt. Aber ich persönlich habe sehr viel gelernt und eine Menge Erfahrungen gesammelt. Gerade durch die vielen Trainerwechsel, die es in Saarbrücken gab, bekam man einiges mit. Für mich war das ein guter und wichtiger Schritt.

AZ/WAZ: Wie wurden Sie denn als Leihgabe in das Mannschaftsgefüge integriert?

Korte: Ich habe mich dort von Anfang an wohlgefühlt. Wir hatten eine gute Truppe zusammen, in die man super aufgenommen wurde. Ich habe auch noch mit einigen Mitspielern Kontakt.

AZ/WAZ: Das klingt, als würden Sie jungen Spielern in vergleichbarer Situation zu einer Leihe raten…

Korte: Ich denke, dass es in jungen Jahren wichtig ist, dass man auf dem höchsten Level, das für einen persönlich möglich ist, Spielpraxis sammelt. Bei mir war das damals die 3. Liga. Aus meiner Sicht kann ich das jedem empfehlen. Bei mir war‘s aber auch so, dass ich viele Spiele gemacht habe. Wenn du irgendwo hinkommst und der Trainer dich nicht oder wenig einsetzt, lohnt sich das vielleicht nicht.

AZ/WAZ: Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison gesteckt?

Korte: Da bin ich ganz offen. Ich will Gas geben, angreifen und mich einfach zeigen. Der Rest entwickelt sich dann von alleine.

AZ/WAZ: Man hört häufig, dass der Konkurrenzkampf im Team noch höher ist als in den vergangenen Jahren?

Korte: Das stimmt auch, jede Position ist mindestens von zwei Spielern besetzt, die auf der gleichen Ebene spielen. Für die Arbeit im Training ist das nur gut. Man muss sich in jeder Einheit zeigen, weil man weiß: Hinten dran lauert jemand.

AZ/WAZ: Was stimmt Sie optimistisch, dass es am Samstag gegen Heidenheim mit dem ersten Saisonsieg klappt?

Korte: Die zweite Halbzeit in Düsseldorf hat gezeigt, dass wir richtig guten Fußball spielen können. Das sollten wir mitnehmen. Zudem haben wir einfach eine geile Truppe zusammen. Und die Fans im Rücken motivieren zusätzlich.

AZ/WAZ: Heidenheim hat das erste Saisonspiel gewonnen - wie stark schätzen Sie den Aufsteiger ein?

Korte: Der Gegner wird mit viel Euphorie hierher kommen und wird zeigen wollen, dass er nicht zu Unrecht aufgestiegen ist. Aber für uns ist egal, wer da kommt, wir wollen jedes Spiel gewinnen.

AZ/WAZ: Nach wie vielen Spieltagen ist denn abzusehen, wo die Reise der Eintracht in dieser Saison hingehen kann?

Korte: Schwer zu sagen, zunächst ist ein guter Start wichtig. Wir wollen uns so gut wie möglich präsentieren. Mit der Zeit werden wir sehen, wohin uns dieser Weg führt.

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