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Ex-Löwe Schanda glaubt an Sieg bei St. Pauli

Eintracht Braunschweig Ex-Löwe Schanda glaubt an Sieg bei St. Pauli

Braunschweig. Am Samstag um 15.30 Uhr trifft Eintracht Braunschweig am Millerntor auf den FC St. Pauli. Eintracht? St. Pauli? Millerntor? Da war doch mal was: Vor 14 Jahren holte sich der Fußball-Zweitligist eine deftige 1:7-Niederlage in Hamburg ab. Einer, der damals auf dem Rasen stand, erinnert sich.

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Duell am 11. September 2002: Eintrachts Sambo Choji (links) und Holger Stanislawski.

„So eine Niederlage bleibt haften“, sagt der ehemalige Braunschweiger Abwehrchef Jan Schanda. „Doch das Ergebnis spiegelt nicht den wahren Spielverlauf wider“, relativiert der heute 38-Jährige, der mittlerweile für die Altherren des SV Reislingen-Neuhaus kickt. Schnell stand es an jenem Mittwochabend im September 2:0. Der heutige Frankfurter Alex Meier und Holger Stanislawski hatten St. Pauli in Führung geschossen. „Die Anfangsphase haben wir schlichtweg verpennt“, ärgert sich Schanda noch heute.

Danach aber lief es für die Löwen, die kurz zuvor erst wieder in die 2. Liga aufgestiegen waren. Sambo Choji stellte den Anschluss her. Plötzlich war wieder alles offen. Kurz vor der Halbzeit hatte Schandas Abwehr-Kollege Bernd Eigner per Kopf sogar die Chance zum Ausgleich. Schanda erinnert sich: „Leider hat der Torwart den Ball noch von der Linie gekratzt.“ Aufstecken? Fehlanzeige. Die Eintracht kam mutig aus der Kabine. „Und bis zur 60 Minute hat auch alles geklappt“, berichtet Schanda, der mit Unterbrechung zwischen 2001 und 2010 für die Blau-Gelben 108 Spiele bestritt. Was danach geschah, kann sich der gebürtige Wolfsburger bis heute nicht erklären. Binnen 25 Minuten schenkten die Kiezkicker der verdutzten Löwen-Elf fünf Tore ein. „Sie haben sich einfach in einen Rausch gespielt. Jeder Schuss war ein Treffer.“

Nach dem Spiel: Ernüchterung in der Kabine. „Wir waren wie in Trance. Alle waren geschockt über dieses Ergebnis“, blickt Schanda zurück. Es war der Beginn der Auswärtsmisere gegen St. Pauli. Sechs Spiele absolvierte Eintracht seither am Millerntor. Bilanz: ein mickriges Pünktchen. Der letzte Liga-Sieg datiert aus dem Jahr 2000. Ein 5:0 in der Regionalliga Nord - allerdings gegen die zweite Mannschaft der Paulianer im Stadion Hoheluft.

Einen Auswärtsfluch sieht der frühere Zweitligaprofi Schanda dennoch nicht. „Es gibt Gegner, gegen die tust du dich immer schwer. St. Pauli ist so einer. Ich glaube trotzdem, dass dieses Mal was geht. Eintracht kann den guten Auftakt nun vergolden. St. Pauli ist unter Druck.“

Er drückt den Löwen am Spieltag die Daumen, auch weil er weiterhin Kontakt zu denen, mit denen er noch zusammenspielte - wie Ken Reichel, Mirko Boland oder der neue Stammtorhüter Jasmin Fejzic. Letzterem wünscht Schanda, „dass er hoffentlich zu null spielt und keine sieben Mal hinter sich greifen muss“.

Ein Mal übrigens fühlte sich Jan Schanda nochmals an die torreiche Niederlage zurückerinnert. „2014, als Deutschland Brasilien besiegte, schossen mir sofort die Bilder von besagtem Spiel durch den Kopf. So was passiert also auch mal bei einer Weltmeisterschaft…“

Lars Rücker

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