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Eintracht gegen 96: Start in die Woche der Wahrheit

Zweitliga-Derby Braunschweig gegen Hannover Eintracht gegen 96: Start in die Woche der Wahrheit

Braunschweig. Die Woche der Wahrheit hat begonnen für Hannover 96 – und Eintracht Braunschweig. Am Sonntagmittag steigt das Derby in Braunschweig, gleichzeitig das Spitzenspielt der zweiten Liga des Spitzenreiters gegen den Dritten Hannover. Zum Start der Derby-Woche fassen wir den Stand der Dinge noch mal zusammen.

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Tormaschinen: Martin Harnik (von links), Felix Klaus und Kenan Karaman treffen abwechselnd. Onel Hernandez (rechtes Bild, links) streichelt Domi Kumbela, Patrick Schönfeld jubelt mit.

Quelle: dpa (2)

Wie enorm ist der Druck diesmal?

Bisher nicht so hoch wie vor drei Jahren. Aber der Druck steigt: Die knapp 95 Minuten gegen Würzburg waren kaum abgepfiffen, da sprang die Stimmung in Hannover vom Feier- in den Derby-Modus über. Die Fans sangen: „Wir woll’n den Derbysieg.“ Die 96-Spieler standen als Publikum vor der Kurve, hörten zu, wie schon bei der etwas deutlicher formulierten Forderung der Fankurve nach dem 0:2 in Nürnberg. „Wir wollen natürlich auch den Derby-Sieg, keine Frage“, erklärt Torjäger Martin Harnik und versichert: „Wir wissen, wie wichtig das ist.“ Noch verursacht die Anspannung vor dem Derby keine starken Kopfschmerzen. Was zeigt der Blick zum bisher letzten Derby am 6. April 2014? Die Fanforderungen waren massiv. Erst am Zaun nach einer Pleite in Hoffenheim, Fans besuchten das Training, um den Spielern Mut zu machen. Damals war der Druck eher nicht leistungsfördernd – 96 verlor mit 0:3.

Wer erwischt den günstigeren Zeitpunkt?

96 hat das Momentum des Spieltags klar auf seiner Seite. Nachspielzeit, ein unberechtiger Elfmeter, den Samuel Sahin-Radlinger hielt, dann noch das 3:1 durch Harnik. Wer vor dem Abgrund noch den Absprung schafft, ist gestärkt für die nächsten Schritte.

Ganz anders Braunschweig. 2:0 geführt, 2:3 verloren gegen Dresden – innerhalb von zwölf Minuten abgeschossen von Dresdens Sturmschrank Stefan Kutschke. Der Spitzenreiter der zweiten Liga wankt.

Was machen die Trainer?

Der 96-Trainer ändert am Ablauf – nichts. Zumindest nicht formell. Kein Trainingslager, keine besonderen Maßnahmen. Aber Damiel Stendel schlägt einen anderen Ton an nach dem Würzburg-Spiel. Im Training gestern mit den Ersatzspielern – darunter Sebastian Maier, Oliver Sorg, Niclas Füllkrug und Noah Sarenen-Bazee – verbesserte Stendel jeden Fehler. Nach der schwachen ersten Halbzeit gegen Würzburg zieht Stendel die Zügel straffer, die Konzentration fürs Derby nimmt er dafür als Nebeneffekt mit.

Sein Kollege Torsten Lieberknecht redet sein Braunschweig erst mal klein: „Die Mannschaft ist stärker als die damalige in der ersten Liga.“

Wer steht im Tor?

Den Nationaltorwart von damals hat 96 nicht mehr. In dieser Woche muss Stendel die Frage klären: Wer ist die Nummer eins im Derby? Elfmeterheld Sahin-Radlinger glaubt: „Es gibt keine klare Nummer eins.“ Er setzt auf den starken letzten Eindruck gegen Würzburg. Stendel kündigte aber an: „Wenn Tschauni topfit ist, wird er wieder im Tor stehen.“ Gestern trainierte Philipp Tschauner nach der Adduktorenverletzung mit. Tendenz: Der erfahrene Tschauner wird auch die Nummer eins im Derby sein.

Im Braunschweiger Tor steht ebenfalls ein 30-Jähriger: Jasmin Fejzic wurde bereits als „Magier“ bezeichnet, weil er viermal zu null spielte. Dieselbe Zu-null-Statistik hat Tschauner.

Wie treffsicher sind die Stürmer?

Die 96-Torschützen wechseln sich ab: Mal trifft Harnik (4), mal Felix Klaus (4), mal Kenan Karaman (3) oder Artur Sobiech (2). Auf der Bank sitzen noch die Angreifer Noah Sarenren Bazee und Niclas Füllkrug. 96 ist flexibler und effizienter. Bei der Chancenverwertung ist Hannover Ligaspitze.

Aber: Kein Team spielt so viele Chancen heraus wie Braunschweig. Bei der Verwertung ist Domi Kumbela (7) Alleinunterhalter, unterstützt von Onel Hernandez (3).

Wie viel Derby-Erfahrung steckt in den Teams?

Auf dem Platz haben nur zwei aktuelle 96-Stammspieler die Derbys der Saison 2013/2014 erlebt. Edgar Prib spielte beim 0:0 in Hannover von Anfang an und wurde im Rückspiel eingewechselt. Sobiech kam beim 0:0 im Hinspiel von der Bank. André Hoffmann machte beide Derbys in der Bundesliga mit, sah wegen eines Tritts beim 0:3 Rot. Aktuell gehört er nach klanger Verletzung noch nicht zum Kader. Kapitän Manuel Schmiedebach war bei beiden Derbys verletzt.

Im Braunschweiger Team steckt mehr Derby: Ken Reichel, Marcel Correira, Mirko Boland, Jan Hochscheidt und Kumbela waren beim 3:0 schon dabei.

VON DIRK TIETENBERG

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