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Der unauffällige Herr Arnold

Braunschweigs Manager stellt Weichen Der unauffällige Herr Arnold

Das Fußballgeschäft ist heutzutage schnelllebig. Acht Jahre für einen Verein zu arbeiten, ist hingegen selten. Kontinuität ist seriös. Eintracht Braunschweig ist aktuell der Klub, der dieses geradlinige Umfeld bietet – und das gleich doppelt. Im Oktober verlängerte Manager Marc Arnold den Vertrag mit Trainer Torsten Lieberknecht vorzeitig bis 2020. Einen Monat später setzte er selbst seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier.

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Braunschweigs Erfolgsduo: Manager Marc Arnold (r.) und Trainer Torsten Lieberknecht leiten die Geschicke des Klubs seit 2008.

Quelle: imago

Braunschweig. Für den Manager bedurfte es offenbar nicht viel Bedenkzeit, seine Arbeit beim Zweitligaspitzenreiter fortzuführen. „Ich verspüre große Lust, den Weg mit allen Beteiligten weiter zu beschreiten. Die Zusammenarbeit macht mir sehr viel Spaß. Das waren die Hauptgründe für meine Unterschrift“, sagte Arnold in einem Interview auf der vereinseigenen Homepage.

Die beiden Ex-Profis, die in der Saison 2003 als Spieler zur Eintracht wechselten – Lieberknecht aus Saarbrücken, Arnold aus Ahlen –, leiten die sportlichen Geschicke des Vereins seit 2008. Im Mai übernahm Lieberknecht das Traineramt von Benno Möhlmann, rettete mit sieben Punkten aus drei Spielen die nicht mehr für möglich gehaltene Relegation für die neu geschaffene dritte Liga punktgleich vor dem 1. FC Magdeburg. Wenige Wochen später kam Arnold.

Seitdem ist der Vereinserfolg an die beiden Macher gebunden. Das dynamische Eintracht-Duo feierte zwei Aufstiege, darunter 2013 die Rückkehr ins Oberhaus nach 28 Jahren. Selbst der Abstieg nach nur einer Spielzeit trieb keinen Keil zwischen Manager und Trainer – auch die Geschäftsführung hielt an seinem sportlichen Führungsduo fest. Ganz entgegen der sonstigen Gepflogenheiten im Profifußball. Arnold sagt: „Diese Phase haben wir gemeinsam durchgestanden und etwas Positives herausgezogen. Das macht mich stolz, da andere Beispiele gezeigt haben, dass so etwas auch einen anderen Ausgang haben kann.“

Die Eintracht belohnt sich zurzeit für ihren Mut, an Trainer und Manager festzuhalten, selbst. „Nach dem Abstieg aus der Bundesliga haben wir es geschafft, den Verein zu stabilisieren und mittlerweile sportlich in einen noch besseren Weg zu führen“, sagt Arnold. Nach zwölf Spieltagen liegt der Klub mit einem Marktwert von 18,8 Millionen Euro (Quelle: Transfermarkt.de) trotz der favorisierten Absteiger VfB Stuttgart (43,9 Millionen Euro) und Hannover 96 (33,25 Millionen Euro) sowie dem mit Scheich-Dollar aufgerüsteten Krisenklub 1860 München (19,28 Millionen Euro) sportlich vorn. „Man muss sagen, dass die Mannschaft bisher eine überragende Saison spielt und nicht zu Unrecht auf dem jetzigen Tabellenplatz steht. Natürlich habe ich das so nicht erwartet. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren haben wir eine sehr hohe Konkurrenzsituation auf allen Positionen des Kaders. Wir merken, dass sich das sehr leistungsfördernd ausgewirkt hat.“

So leistungsfördernd, dass Trainer Lieberknecht inzwischen regelmäßig Profis, aktuell Christoffer Nyman (Schweden) und Nik Omladic (Slowenien), an diverse Nationalmannschaften abgeben muss. „Das ist ein nächster Schritt und eine Herausforderung – sowohl für die Spieler als auch für die Trainer“, sagt Arnold, der eher den stillen und unauffälligen Part neben dem emotionalen Lieberknecht gibt. „Es ist oft ein sehr knapper Zeitraum, bis sie in der Liga wieder einsatzfähig sein müssen. Auf der anderen Seite ist es natürlich eine Auszeichnung für den Verein, wenn Spieler zu ihren Auswahlmannschaften eingeladen werden.“

Fünf Partien stehen bis zur Winterpause noch auf dem Spielplan, darunter schwere Auswärtsspiele in Bochum und Berlin. „Ich sehe das Team in einer guten körperlichen Verfassung. Dass die Spieler gut vorbereitet sind, haben wir im Derby (2:2 gegen Hannover 96, d. Red.) gesehen.“

VON PHILIPP SCHAPER

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