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Das Wettrennen der Niedersachsen

Eintracht Braunschweig Das Wettrennen der Niedersachsen

Niedersachsen mischt die zweite Bundesliga auf: Eintracht Braunschweig und Hannover 96 marschieren in der noch jungen Spielzeit voran. Doch mit der aktuellen Reihenfolge der Platzierungen der beiden Erzrivalen hätten vor Saisonstart die wenigsten Experten gerechnet. 

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Sie haben was zu feiern: Hannover 96 (r.) und Eintracht Braunschweig führen die 2. Bundesliga an.

Quelle: dpa (2)

Dass ein Klub aus Niedersachsen die zweite Fußball-Bundesliga in diesem Jahr dominieren würde, war vielen Experten schon vor dem ersten Spieltag klar. Absteiger Hannover 96 landete in  fast allen Prognosen auf Platz eins. Nach sieben Spieltagen schickt sich nun ausgerechnet der Erzrivale Eintracht Braunschweig an, dem Favoriten den Aufstieg zu erschweren. Mit 18 Punkten liegen die Gelb-Blauen (Platz eins) vier Punkte vor Hannover (Platz zwei).

Dass Braunschweig vor Hannover steht, kommt für Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht nicht von ungefähr: „Wir haben jetzt alle Positionen auf gleichem Niveau mindestens doppelt besetzt. Der wichtigste Schritt! Wir haben gemerkt, wie leistungsfördernd das ist. Die Jungs haben daran Spaß, sich im täglichen Training zu messen. Jeder weiß, er muss dranbleiben“, sagte er jüngst im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, dem auch diese Zeitung angehört.

Erfolgsgarant Lieberknecht: Seit Mai 2008 arbeitet er in Braunschweig, überlebte auch das glücklose Erstligaintermezzo in der Saison 2013/14. Unruhe? Unter diesem Eintracht-Trainer ein Fremdwort.  Lieberknecht kümmert sich lieber intensiv um  seine Spieler. Regelmäßig ändert er während eines Spiels seine taktische Grundordnung, Braunschweig ist für die Gegner kaum auszurechnen. Neben der taktischen Flexibilität fordert der 43-Jährige von seinen Spielern vor allem Einsatz – und die Profis ziehen mit. „Die Leidenschaft sowie die Bereitschaft, an die physischen Grenzen zu gehen, sind bei allen vorhanden. Das ist auch eine Frage der Moral“, sagte Lieberknecht nach dem 2:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf am Wochenende.

Braunschweig präsentiert sich in dieser Saison bisher wie eine echte Spitzenmannschaft, gewinnt sogar die engen Spiele. Ein Grund: „Der Respekt vor uns ist jetzt da“, sagt Lieberknecht.

Nach den Siegen zuletzt gegen Karlsruhe (1:0) und 1860 München (2:0) ist der Respekt  nach zwischenzeitlichem Durchhänger auch vor Hannover 96 wieder groß. Die Mannschaft von Trainer Daniel Stendel tat sich mitunter  schwer, Chancen herauszuspielen und war vor allem in der Abwehr wackelig. Doch auch der große Aufstiegsfavorit kommt so langsam ins Rollen. Die Siege in den vergangenen beiden Spielen bestätigen den Aufwärtstrend. Dieser gibt Selbstvertrauen – auch weil hinten endlich die Null steht.

Gegen den KSC und 1860 konnte Torhüter Philipp Tschauner, der zuvor in Bielefeld (3:3) gepatzt hatte, seinen Kasten sauber halten. „Wir haben jetzt eine gute Abstimmung zwischen Abwehr und Angriff. Richtig Angst hat man nicht mehr“, sagt 96-Präsident Martin Kind. Das sieht Trainer Daniel Stendel genauso: „Wir haben in den letzten beiden Spielen in der Defensive stabiler gestanden. Das ist grundsätzlich ein Verdienst der Viererabwehrkette, aber auch der ganzen Mannschaft.“

Hannover scheint in dieser Saison vor allem von der Breite des Kaders zu profitieren. So ist es für die „Roten“ sogar zu verschmerzen, wenn der hoch veranlagte Defensivallrounder Salif Sané auch am Sonnabend gegen St. Pauli aufgrund seiner Sperre noch zugucken muss. „Wir haben eine große, geschlossene Mannschaft. Und egal, wer von Anfang an spielt oder von der Bank kommt: Wir sind alle bereit für den Moment und wollen die Spiele gewinnen“, sagt Torhüter Tschauner.Dem ist sich auch die Konkurrenz aus dem eigenen Bundesland bewusst. „Nachdem der Abstieg bei 96 feststand, hat Trainer Daniel Stendel bereits eine hochinteressante Truppe aufgebaut, hat Charaktere reingebracht, die zeigen, dass dort wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht“, sagte Eintracht-Trainer Lieberknecht.Das Wettrennen der Niedersachsen geht weiter. Die Fans beider Lager träumen vom Aufstieg – und von Derbys gegeneinander in der ersten Liga. Einen Vorgeschmack darauf soll es am 6. November geben. Dann trifft Gelb-Blau in Braunschweig auf Rot.

von Stefan Döring

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